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Scan 493
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für Gebildete aller Stände, unter Mitwirkung der Literarischen Commission des Berliner Tonkünstlervereins, so wie der Herren Musikdirector Billert, Concertmeister F. David … etc., 1870
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1bau in Leipzig. Der Begründer derselben, Ludwig Christian August B., wurde am 15. Januar 1815 zu Naumburg a. S. geboren, lernte seine Kunst bei dem Hofinstrumentemacher B. Fritsche in Dresden, und trat dann als Gehilfe in die Engleder'sche Fabrik in München. Im J. 1826 begann er sein Geschäft selbstständig in Dessau, siedelte aber 1839 auf vielfache Aufforderungen hin nach Leipzig über. Zwei seiner Söhne, Ludwig B., geboren 1829 in Dessau, und Otto B., geboren 1841 in Leipzig, haben sich unter seiner Leitung demselben Geschäfte gewidmet; ersterer, welcher ausserdem längere Zeit in Newyork gearbeitet hat, ist in Leipzig selbstständig etabliert, letzterer Theilhaber der väterlichen Firma. Die Fabrik L. Bausch sen. und Otto B. ist in Bezug auf Anfertigung von Violinbogen unüber- troffen; die Güte und der Werth ihrer Fabrikate giebt den berühmten Tourte'schen Nichts nach. Aber auch die neuen Instrumente der B.'schen Fabrik zeichnen sich durch die besten und solidesten Eigenschaften aus und ihr Ruf in Bezug auf Reparaturen alter, schadhaft gewordener Violinen ist nicht minder bedeutend und fest begründet.
3Baustetter, Johann Conrad, ein deutscher Klaviervirtuose und Tonsetzer aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Von seinen zahlreichen Werken besitzen wir noch Konzerte, Sonaten, Suiten für Klavier, Flötentrios und Trios für Violine, Oboe und Violoncell.
5Baverini, Francesco, ein italienischer Contrapunktist des 15. Jahrhunderts, soll nach Gerber und Fétis der Erste gewesen sein, welcher um das J. 1440 ein Drama »La conversione di San Paolo« in Musik gesetzt hat, was auf einen von der allgemeinen Ansicht abweichenden, um ein halbes Jahrhundert früheren Anfang der Oper hinweisen würde.
7Bawr, Alexandra Sofia, Tochter des Barons Youry de Champ-Grand, geboren 1776 in Stuttgart, kam sehr jung nach Paris und erhielt eine glänzende Erziehung, in der Musik durch Grétry. Als ihre Eltern im J. 1789 durch die Revolution um ihr Vermögen kamen, verehelichte sie sich mit Saint-Simon, bekannt durch seine Pläne über die Reformation der menschlichen Gesellschaft. Als auch dieser sein Vermögen einbüßte, liess er sich von ihr scheiden, und sie nahm später die Hand des russischen Offiziers Bawr an. Nach dessen Tode kam sie um ihr ganzes Vermögen und musste sich mit der Feder ihren Lebensunterhalt erwerben. Als Schülerin Grétry's componirte sie unter dem Pseudonamen M. François viele sehr beliebte Romanzen, Melodramen und Vaudevilles, welche sich durch Frische und Lebhaftigkeit auszeichnen. Ausserdem schrieb sie viele Lustspiele und auch eine kleine »Histoire de la Musique« (Paris, 1822), die einen Theil der Sammlung »Encyclopédie des Dames« ausmacht und von A. Lewald unter dem Titel: »Geschichte der Musik für Freunde und Verehrer dieser Kunst« auch ins Deutsche übersetzt wurde. M-s.
9Baxmann, Franz, geboren 1784 im Nassauischen, kam 1810 als Zeichner nach Strassburg, wo Berteau's Violoncellspiel ihn so ergriff, dass er alle anderen lockenden Aussichten opferte und mit Feuereifer die Musik und das Violoncellspiel von den Elementen aus begann. Schon 1816 wurde er als erster Violoncellist beim Opernorchester in Strassburg angestellt, Liebe zur Musik und Wissbegierde trieben ihn jedoch nach Paris, wo er 1822 die Studien am Conservatorium durchmachte und namentlich Choron's Unterricht genoss. Nach Strassburg zurückgekehrt, beschäftigte er sich eifrigst mit Errichtung eines ähnlichen Institutes. Bereits hatte er mit Gründung eines Singinstitutes nach Choron's Methode und einer Singakademie 1824 begonnen und sich grosse Verdienste um Verbreitung und Verbesserung des Geschmackes an classischer Musik erworben, als er viel zu früh für die Kunst im J. 1829 starb.
11Bayer, Andreas, war der Sohn eines Rectors zu Gesenheim bei Würzburg, wo er im J. 1710 geboren war. Er theilte seine Studien zwischen Rechtsgelehrtheit und Musik und wurde dem entsprechend in Würzburg nicht blos Advocat, sondern auch Organist an der dortigen Domkirche. Von nah und fern strömte man dorthin, um sein glanzvolles Orgelspiel zu bewundern. Leider starb er schon 1749 mit Hinterlassung trefflicher Compositionen, die sich zwar durch Abschrift verbreiteten, nach und nach aber verloren gingen.
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