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Scan 571
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für Gebildete aller Stände, unter Mitwirkung der Literarischen Commission des Berliner Tonkünstlervereins, so wie der Herren Musikdirector Billert, Concertmeister F. David … etc., 1870
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1Berretta, Francesco, s. Beretta.
2Berretari, Aureliano, genannt Fiesoli, lebte um die Mitte des 17. Jahrhunderts als Tonkünstler und Mönch des St. Hieronymusordens. Messen und Psalme von ihm, in Venedig gedruckt, tragen die Jahreszahl 1656.
3Bert, Johann, ein deutscher Tonkünstler und Anhänger der Reformation um 1530, dem der Choral in mixolydischer Tonart »O wir armen Sünder« gewöhnlich zugeschrieben wird. Er hat jene Melodie jedoch nachweisbar nur vierstimmig gesetzt, da sie lange vorher schon auf das Lied »O du armer Judas« gesungen wurde.
4Bertacchi, Francesco, italienischer Tonkünstler und Kapellmeister an der Kirche San Petronio in Bologna, wurde 1633 in Gemeinschaft mit Domenico Burnetti der Begründer einer Akademie daselbst, die man zum Unterschied von der älteren, schon um 1622 gestifteten Accademia de'Filomusi: Accademia de'Musici Filaschisi nannte. Seine Lebensumstände, wie seine Compositionen, von denen man nur weiss, dass sie zu ihrer Zeit sehr beliebt waren, haben sich der Nachforschung entzogen.
5Bertali, Antonio, irrthümlicher Weise auch Bartali, Bertalli, Bertaldi und Berthali geschrieben, war zu Verona 1605 geboren. Mit dem Ruf eines ausgezeichneten Componisten kam er als kaiserl. Kapellmeister nach Wien, wo er auch seine Hauptwerke schuf. Ausser Kirchenstücken, Sonaten und einem »Thesaurus musicus trium instrumentorum« hat er auch Opern geschrieben, wie »Il re Teodoro«, »Gli amori d'Apollo« u. s. w. Sein Todesjahr ist unbekannt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er 1680 noch am Leben war.
6Bertani, Lelio, hervorragender italienischer Contrapunktist aus Brescia, wo er um 1520 geboren war. Anfangs Domkapellmeister in seiner Vaterstadt, wurde er später an den Hof des Herzogs Alfonso von Ferrara gezogen und war zuletzt Kapellmeister an der Kathedrale zu Padua, nachdem er einen Ruf des Kaisers Rudolph, nach Wien zu kommen, abgelehnt hatte. Er starb zu Padua (nach Anderen zu Brescia) um 1600. Gedruckt erschienen von ihm fünfstimmige Sonaten und sechsstimmige Madrigale.
7Berteau (nicht Bertaut, Bertault oder Berthaut), am Anfang des 18. Jahrhunderts zu Valenciennes geboren, lernte von einem böhmischen Musiker die Gambe spielen, vertauschte dies Instrument jedoch später mit dem Violoncell, auf dem er es zu enormer Fertigkeit brachte. Er trat zum ersten Male 1739 in Paris in einem der Concerts spirituels öffentlich auf und erregte Staunen und Bewunderung. Er wurde hierauf der Begründer der französischen Violoncellschule und hat als Schüler Cupis, die beiden Janson und Duport den Aelteren hinterlassen. Er selbst starb im J. 1756 zu Paris. Sein Ton und seine Kunst auf dem Instrumente zu singen, sollen unvergleichlich gewesen sein. Er hat Conzerte und Sonaten geschrieben.
8Bertelmann, Johann Gottfried, geboren um 1785, bildete sich auf Reisen zu einem tüchtigen Klavier- und Violinspieler und zu einem einsichtsvollen Theoretiker heran. In Folge dessen wurde er Lehrer an der königl. Musikschule zu Amsterdam, Mitglied des königl. Instituts und Ehrenmitglied des Vereins zur Beförderung der Tonkunst. Als Lehrer der Theorie, des Gesanges, Klavier- und Violinspiels genoss er bis zu seinem Tode, im J. 1849, eines grossen Rufes in Holland. Er schrieb zahlreiche Fest- und Trauercantaten, eine Messe, ein Requiem, Chöre, Arien, Lieder und Gesangfugen, an denen Haydn's Einfluss unverkennbar ist.
9Bertelsmann, Karl August, geboren den 3. August 1811 zu Gütersloh in Westphalen, bildete sich musikalisch zuerst auf dem Seminare zu Soest und trieb seit 1829 bei Rinck in Darmstadt Orgelspiel und Compositionslehre. Bald hierauf wurde er Hauslehrer, dann Musiklehrer am Seminar in Soest. Dort, wie in Amsterdam, wo er sich 1838 als Musiklehrer niederliess, gründete er Gesangvereine und compo-nirte einige Orgelstücke, ein- und mehrstimmige Gesänge.
10Berthaume, Isidor, wurde 1752 in Paris geboren und bekundete schon im Kindesalter staunenswerthe Talente für das Violinspiel und auch für die Composition. Im J. 1774 wurde er als erster Violinist im Orchester der Grossen Oper angestellt und 1783 als Musikdirector der Concerts spirituels. Die immer höher gehenden Wo-
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