Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 388

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1arten zur näheren Bezeichnung der Modi angewendet. Ein Modus hiess authentisch (Modus authentus oder contentus), wenn seiner Gestalt die harmonische Theilung der Octave zu Grunde lag, d. h. wenn sich die Quinte unterhalb der Quarte befand, z. B. in dieser Form: C-G-c, oder A-e-a, oder d-a-d', zum Unterschiede von dem Modus remissus oder plagalis, dessen Gestalt auf der arithmetischen Theilung der Octave basirte, d. h. wo die Quarte unterhalb der Quinte im Umfange der Octave lag, z. B. G-c-g, oder e-a-e', oder a-d'-a'. Die Begriffe authentisch und plagal hängen so eng mit den Kirchen-Tonarten und Tonschlüssen zusammen, dass sie bei der ausführlichen Entwicklung dieser Gegenstände mit in genaueren Betracht gezogen werden müssen. Als Beispiele sollen dann auch die Kirchenlieder und Compositionen aus dem Gebiete der Figuralmusik behufs klarer Einsicht angezogen werden (s. Kirchen-Tonarten und -Tonschlüsse); denn was in dieser Hinsicht die früheren Lexica mitgetheilt haben, ist unzureichend und theilweise unrichtig. O. P.
3Automaten (a. d. Griech.), von selbst Etwas verrichtend, nennt man mechanische Kunstwerke, welche, durch verborgene Federkraft oder Gewichte getrieben, einige Zeit hindurch sich von selbst zu bewegen scheinen und gewisse Thätigkeiten verrichten. Man hat es mit glücklichem Erfolge auch unternommen, diesen Kunstwerken die Gestalt von Thieren und Menschen zu geben, welche, durch den unsichtbaren Mechanismus in Thätigkeit gesetzt, mehr oder weniger täuschend verschiedene Verrichtungen nachahmen. Mit besonderer Vorliebe hat man, seit dem 15. Jahrhundert bereits, diese Nachahmungen mit musikalischen Thätigkeiten verbunden, und so findet man im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von singenden Vögeln und Menschen, Instrumente spielenden Figuren u. s. w. In der Fabrikation von A. haben sich die Mechaniker Vaucanson, Singmaier, Mälzl, Kaufmann und die Schweizer Droz durch sinnreiche Erfindungen ausgezeichnet, doch scheint in neuester Zeit das Interesse für derartige Kunstbildungen geschwunden zu sein.
5Auvergne, Antoine d', wurde am 4. October 1713 zu Clermont geboren, wo sein Vater erster Violinist im Orchester war. Trotz aller häuslichen musikalischen Einwirkungen konnte er erst in seinem 16. Lebensjahre dazu gebracht werden, sich ernstlich mit der Tonkunst zu beschäftigen, allein seitdem machte er auch bewundernswerthe Fortschritte. Bereits zehn Jahre später, im J. 1739, ging er nach Paris, wo er als Violinist bei der Kammermusik des Königs und im Orchester der Grossen Oper Anstellung fand. Seit 1752, wo er ein Ballet »Les amours de Tempé« schrieb, wandte er sich der dramatischen Musik zu und schrieb hierauf 'an 20 Opern, von denen »Les Troqueurs« weit und breit bekannt wurden, aber auch Violin- und Kirchencompositionen, Sinfonien u. s. w. Im J. 1770 wurde er zum musikalischen Director der Grossen Oper und der Concerts spirituels ernannt, ja, er stieg späterhin bis zum Surintendanten der königl. Kammermusik empor und erhielt den Titel eines königl. Kammercomponisten. Die grosse französische Revolution degradierte ihn wieder zum einfachen Bürger, und damit nicht genug, gerieth er auf die Liste der Verdächtigen, weshalb er Paris verliess und sich nach Lyon wandte, wo er am 12. Febr. 1797 starb.
7Auverjat, Jean l', in der letzten Hälfte des 17. Jahrhunderts Kapellmeister an der Kirche des innocents zu Paris. Von ihm viele vier- und fünfstimmige in Paris erschienene Messen.
9Auxcousteaux, Arthur, s. Arthur aux Couteaux.
11Avaux, Jean Baptiste d', richtiger Davaux geschrieben, geboren 1737 in Côte-Saint-André (Departement der Isère), lebte als trefflicher Violinist und fruchtbarer Componist in Paris. Seine Violin- und Kammermusikstücke waren zu ihrer Zeit sehr beliebt, bis das Auftreten Viotti's A. in den Hintergrund drängte. Eine seiner Opern »Théodore« ist im J. 1785 von der Comédie italienne in Paris zur Aufführung gebracht worden. A. ist noch besonders dadurch merkwürdig, dass er bereits 1784 den vielleicht ersten Anstoss zur späteren Erfindung des Metronoms gegeben hat und zwar durch einen Aufsatz, betitelt: »Lettre sur un instrument ou pendule nouveau, qui a pour but de déterminer avec la plus grande exactitude les différens degrés de vitesse ou de lenteur des temps dans une pièce de musique etc.« (Journal encyclop. de Juin 1784). A. starb am 22. Februar 1822 zu Paris.

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