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Scan 496
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1Orgelbälge durch Vergrösserung derselben und nicht durch Vermehrung ihrer Zahl erreichte. So gab er bei einer Reparatur der grossen Orgel im Münster zu Ulm dem mächtigen Instrumente statt seiner bisherigen sechszehn kleineren, acht grosse Blasebälge und erzielte durch diese Vereinfachung mehr Gleichmassigkeit und Druckstärke der Windmasse. Vergl. Adlung, »Mus. mech.« I, S. 276.
3Bauer, Ferdinand Friedrich Wilhelm, Cantor an der Garnisonkirche zu Berlin seit 1806 und als solcher am Neujahrstage 1836 gestorben. Von ihm »die bekanntesten Melodien nach Kühnau's alten und neuen Choralgesängen, für Schulen zweistimmig ausgesetzt, nebst einer dazu gehörigen kleinen Singschule« (Berlin, 1824, Schlesinger), ein Buch, welches von der königl. Regierung im Amtsblatte damals für den Schulgebrauch empfohlen wurde.
5Bauer, Franz, um 1748 zu Gitschin in Böhmen geboren, hatte Theologie studirt und es bis zum Subdiaconus gebracht, als er, theils um in den Ehestand treten zu können, theils aus Vorliebe zur Musik, die er immer eifrig studirt hatte, und ausserdem von Mozart ermuntert, der ihn in Prag Violine hatte spielen hören, die bisherige Laufbahn verliess und sich mit seiner Gattin, einer vortrefflichen Spielerin des Psalterion, auf Kunstreisen begab. Man wandte sich zunächst nach Russland und erntete goldene Früchte und Ruhm und bereiste, dadurch ermuthigt, Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal, überall die grössten Erfolge erringend. B. soll während dieser Zeit auch als Componist sich vortheilhaft bemerkbar gemacht haben, jedoch ist von seinen Werken weder Etwas veröffentlicht worden, noch zu ermitteln gewesen. In grossem Wohlstande zog sich das Künstlerpaar um 1794 in seine Heimath zurück und verschwand seit 1798 ganz von der Oeffentlichkeit.
7Bauer, Johann Friedrich, geboren um 1785 im Sachsen-Weimar'schen, bildete sich durch Selbststudium und durch Fleiss, nachmals unter dem königl. sächsischen Kammermusicus Jäckel in Dresden, zu einem vorzüglichen Oboebläser aus. Als solcher trat er 1809 in das Musikcorps des königl. sächsischen Garderegiments und erwarb sich durch Conzerte, die er in Dresden gab, einen weit ausgebreiteten Ruf als Virtuose seines Instrumentes. Im J. 1820 wurde er als Lehrer an das Conservatorium zu Prag gezogen und bildete eine Reihe tüchtiger Schüler. An seinem Spiele rühmte man einen überaus weichen und biegsamen Ton, ausdrucksvollen Vortrag und ausgezeichnete technische Fertigkeit. Als Componist ist er gar nicht aufgetreten.
9Bauer, Joseph, Kapellmeister des Fürstbischofs von Würzburg, geboren um 1740, gestorben 13. Septbr. 1793, war ein sehr fertiger Klavierspieler und geschickter Componist für sein Instrument. Seine 1772 bis 1776 erschienenen Quartette für Klavier, Flöte, Violine und Violoncell waren sehr beliebt und standen in grossem Ansehen. Seine Tochter, Catharina B., geboren 1785 zu Würzburg und weithin bekannt und geschätzt als Pianistin und als Componistin von Rondos und Variationen, war Anfangs eine Schülerin ihres Vaters, dann des Kapellmeisters Sterkel. Dass sie wirklich eine Tochter Joseph B.'s gewesen, setzt eine Mittheilung ihres ehemaligen Mitschülers J. C. Grünbaum in Berlin ausser Zweifel.
11Bauer, Karoline, geboren 28. Mai 1808 zu Heidelberg, betrat bereits im J. 1822 im Hoftheater zu Karlsruhe die Bühne und wurde 1824 für das neu errichtete Königsstädter Theater in Berlin engagirt. Noch in demselben Jahre wurde sie kgl. Hofschauspielerin daselbst, wurde aber zugleich in kleinen Gesangpartien im Opernhause beschäftigt. Im J. 1829 verheirathete sie sich mit dem Grafen Montgomery, lebte privatisirend in Paris und London, trat jedoch 1833 im Hoftheater zu St. Petersburg wieder auf, worauf sie von 1835 bis 1844 in Dresden engagirt war. Ihre zweite Verheirathung und zwar mit dem Grafen von Plater entführte sie damals für immer der Bühne. Sie hat auch componirt, und es erschienen von ihr: »Deux Valses« (Berlin, 1831, Trautwein).
13Bauernflöte, tibia rurestris, auch wohl Bauerpfeife oder Feldflöte benannt, ist nach Walthers Musikalischem Lexikon, Leipzig, 1732, eine gedackte, 0,3138 Meter gross mensurirte Orgelstimme im Pedal, die man auch wohl, jedoch seltener, 0,6277 Meter lang fertigte. In späterer Zeit hat man dieselbe selbst 1,2554
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