Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 561

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1Berardi, Steffano, richtiger Bernardi (s. d.).
3Berat, Frédéric, berühmter französischer Romanzencomponist, geboren im J. 1800 zu Rouen, kam noch ziemlich jung nach Paris und wurde eng mit Béranger befreundet, dessen Popularität auf ihn als Tondichter mit überging. Seine zahlreichen, zum Theil auch selbst gedichteten Romanzen und Chansonnetten beherrschten Jahrzehnte hindurch ganz Frankreich und werden noch jetzt gesungen. Die allerbekanntesten sind: »Ma Normandie«, »Le départ«, »A la frontière«, »La Lisette de Béranger«, »Bibi, mon chéri«, »C'est demain qu'il arrive«, »Mon petit cochon de Barbarie« u. s. w. Anspruchslos, wie in seinen kleinen Compositionen, war er auch im Leben und begnügte sich mit einer Buchhalterstelle bei einer Gasbeleuchtungsanstalt in Paris. Er starb an einem längeren Rückenmarksleiden am 2. Decbr. 1855 zu Paris.
5Berbiguier, Benoît Tranquille, einer der berühmtesten französischen Flötisten, wurde am 21. Decbr. 1782 zu Caderousse im Departement Vaucluse geboren und lernte schon frühzeitig ganz von selbst Flöte, Violine und Violoncell. Für die Rechtsgelehrsamkeit bestimmt und vorbereitet, verliess er aus Liebe zur Musik im October 1805 heimlich seine Heimath und liess sich in das Pariser Conservatorium aufnehmen, wo er Flötenspiel bei Wunderlich, Harmonielehre bei Berton studirte. Im J. 1813 wurde er, zufolge des Decrets, welches die Aushebung von 300,000 Mann anordnete, mit ausgehoben, trat 1815 in die Garde und folgte als eifriger Bourbonist dem König Ludwig XVIII. nach Gent und endlich wieder nach Paris zurück. Zum Lieutenant avancirt und nach Bourg versetzt, nahm er 1819 seinen Abschied und siedelte bleibend nach Paris über, wo er als Flötenvirtuose und Componist für sein Instrument bald einen grossen Ruf erlangte und mit Recht, da er sich in beiden Eigenschaften den bedeutendsten Tonkünstlern anreihte. Das Weiche, Sanfte und Wohlthuende seines Tones und seine Fertigkeit galten als unübertrefflich, und die betreffende Musikliteratur verdankt ihm 10 Conzerte, 140 Duos, 32 Trios, 40 Soli (Fantasien, Variationen u. s. w.), mehrere Quartette, Sinfonien und eine gute Flötenschule. Aus Kummer über die Vertreibung der Bourbons verliess er 1830 Paris und zog zu seinem Freunde, dem berühmten Violoncellisten Hus-Desforges in Pont-Levoy bei Blois, wo er auch am 29. Januar 1838 starb.
7Berchem, Giachetto (Jacques), auch Jachet von Mantua genannt, ein berühmter niederländischer Meister des Contrapunktes aus dem 16. Jahrhundert, war zu Berchem bei Antwerpen, woher auch sein Name, geboren. Die Zeit seines Ruhms fällt in die Jahre 1539 bis 1561, wo er in Mantua, von den Italienern hochverehrt, lebte, und er soll noch 1580 daselbst gewirkt haben. Von seinen Werken, auf denen er als Jacques Berchem verzeichnet steht, sind anzuführen: »Primo, secondo e terzo libro del Capriccio di Jachetto Berchem, con la musica da lui composta sopra le stanze del Furioso, novamente stampati e dati in luce« (2. Aufl. Venedig, 1561); »Motetti a quattro voci« (Venedig, 1545); »Missae sex vocum« (Paris, 1557); »Tres missae quinque vocum« (auf der Münchener Bibliothek). Madrigale und Motetten von ihm sind in verschiedenen Sammlungen des 16. Jahrhunderts enthalten, so in den »Motetti del frutto« (Venedig), in den »Motetti del labirinto« (Venedig, 1554), in den »Motetti trium vocum a pluribus auctoribus compositi« (Venedig, 1543), in »Il primo libro della musa a cinque voci, Madrigali da diversi autori« (Rom, 1555) u. s. w.
9Berchtold, Marianne, Reichsfreiin von, geb. Mozart, s. Mozart, Maria Anna Walpurga Ignatia.
11Berckzaimer, Wolfgang, ein deutscher Contrapunktist und Kirchencomponist um die Mitte des 16. Jahrhunderts. Von ihm erschienen »Sacrorum hymnorum modulationes a 5 et 6 vocibus« (München, 1564).
13Berens, Karl, geboren im J. 1801, Flötist im Orchester des Stadttheaters und später Militair-Musikdirector in Hamburg. Ausser einigen Stücken leichtesten Gehaltes für Flöte, auch für Pianoforte, schrieb er eine beträchtliche Anzahl von Tänzen, Opernpoptourris und Fantasien für Harmoniemusik. — Bedeutender als er ist sein Sohn Hermann B., geboren 1826 zu Hamburg, ein guter Pianist und trefflicher, talentvoller Componist. Derselbe erhielt von seinem Vater den ersten Musikunterricht, ging 1843 behufs höherer Compositionsstudien zu Reissiger nach Dresden,

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