Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 573

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1in Italia«, »Ermione«, »Niobe« u. s. w., aber auch Messen, Sonaten u. s. w. — Ein anderer Sohn Ercole’s, nämlich Vincenzo B., geboren 1669 in Rom, starb schon 1690 in München. Trotz seiner Jugend hat auch er mehrere Opern hinterlassen, als: »Eraclio«, »Gli accidenti d’amore« u. s. w.
3Bernacchi, Antonio, ein berühmter italienischer Castrat (Altist) und Schüler des grossen Pistocchi, wurde um das J. 1700 zu Bologna geboren. Im J. 1722 trat er zum ersten Male und mit Erfolg auf, wurde aber alsbald in die kurfürstl. bairische und dann in die kaiserl. Hofkapelle in Wien gezogen. Mit Händel ging er 1730 nach London, wo er Aufsehen erregte, kehrte jedoch schon 1736 in sein Vaterland zurück und gründete in Bologna eine hochberühmte Gesangschule, aus der Kunstgrössen, wie Amadori, Guarducci, Mancini u. s. w. hervorgegangen sind. Leider starb er, als Castrat dem Schicksale eines frühen Todes verfallen, schon 1740. Ueber den künstlerischen Werth seiner Gesangsleistungen steht, den schnurstracks sich entgegenstehenden Ansichten seiner Zeitgenossen gegenüber, so viel fest, dass er, obwohl von Natur mit keineswegs schöner Stimme begabt, durch Kunst und Künstelei den Naturmangel geschickt zu verdecken wusste. Jedenfalls wiegt die Anerkennung, die er bei einem Kenner wie Händel gefunden, in dem Urtheil zu seinen Gunsten sehr schwer. B. gilt übrigens sehr erklärlicher Weise auch für den Urheber jener Gorgheggi und Rouladen, die eine so grosse Rolle in dem späteren italienischen Gesange spielen. In der Geschichte des italienischen Bühnengesanges und als Lehrer ist er eine der merkwürdigsten Kunsterscheinungen.
5Bernard de Clairvaux, der Heilige, geboren 1091 und gestorben 1153, war Abt zu Clairvaux. Von ihm die Abhandlung »De cantu seu correctione antiphonarii« (in Tom. II der Ausgabe von Mabillon, Paris, 1719) und der Tractat »St. Bernardi Tonale« (Gerb. script. II), letzterer nur unter seiner Autorität verfasst.
7Bernard, Michael, geboren 1794 in Kurland, erprobte sein musikalisches Talent zuerst auf dem Pianoforte. Zwölf Jahre alt, spielte er bereits Conzerte von Steibelt und Hummel, sodass ihn sein Vater zur Weiterförderung 1811 nach Moskau brachte, wo er den Pianoforteunterricht John Field’s erhielt und Compositionslehre bei Häsler studirte. Hiernauf trat er erfolggekrönte Konzertreisen an, nach deren Beendigung er sich in Moskau als Musiklehrer niederliess. Im J. 1816 wurde er Kapellmeister des Grafen Potocki im südlichen Russland und verweilte in dieser Stellung sechs Jahre hindurch. Seit 1822 lebt er in St. Petersburg, wo er neben Ch. Mayer zu den gesuchtesten und geschätztesten Lehrern damals gehörte. Im J. 1829 begründete er eine Musikalienhandlung, die er durch Sachkenntniss und Intelligenz bald an die Spitze der Petersburger derartigen Geschäfte brachte. Er hat auch viele interessante Pianoforte-compositionen geschrieben, ebenso eine russische Oper, welche zu ihrer Zeit beifällige Aufnahme fand.
9Bernardi, Bartolomeo, Violinist, Vocal- und Instrumentalcomponist, der, aus Italien gebürtig, um 1720 Kapellmeister des Königs von Dänemark in Kopenhagen war. Gedruckt sind von ihm zwölf historisch interessante Violin-Sonaten mit Basso continuo, ferner »Sonate a tre, per 2 Violini e Violoncello con il Basso per l’organo«. Ausserdem sind eine Menge seiner ungedruckten Conzerte, Capricen, Cantaten u. s. w., die in der Kopenhagener Bibliothek aufbewahrt wurden, bei dem grossen Brande 1794 ein Raub der Flammen geworden.
11Bernardi, Francesco, genannt Il Senesino, berühmter italienischer Mezzo sopranist und älterer Zeitgenosse Bernacchi’s, wurde um 1685 zu Siena geboren. Im J. 1719 war er als Castrat bei der italienischen Oper in Dresden angestellt, ging ein Jahr später mit Händel nach London, wo er in der Oper »Muzio Scevola« enormen Erfolg hatte. Zwistigkeiten mit Händel veranlassten B.’s Entlassung, und er kehrte in Folge dessen in sein Vaterland zurück, wo er noch längere Zeit als Bühnensänger im Flor stand. Er scheint im J. 1740 gestorben zu sein. Seine Stimme war hell und durchdringend, die technische Entwicklung und Volubilität derselben vorzüglich. Sein Vortrag des Recitativs galt für vollendet, und auch seine Darstellung liess nichts zu wünschen übrig.
13Bernardi, Steffano, gegen Ausgang des 16. Jahrhunderts geboren, war einer

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