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Scan 582
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1Geschick zeichnen diese Kinder einer leichten, flüchtigen Musse aus. Im J. 1815 fand B. Aufnahme als Mitglied des Institut de France, wurde aber in der Restaurationsepoke wegen seines Bonapartismus auf schnöde, unverantwortliche Weise wieder ausgestossen und seiner übrigen Aemter entsetzt. Erst nach Méhuls Tode trat die Restitution bei ihm wieder ein; er wurde 1834 Ritter, später Offizier der Ehrenlegion, Professor der Composition, dann Inspector am Conservatorium und sah sich bei jeder Gelegenheit ausgezeichnet. Mit Pflichteifer hat er auch sämtliche Stellungen bis zu seinem Tode, am 22. April 1844, versehen. B. war übrigens nicht blos im Opernfach so ungemein thätig und fruchtbar. Neben 35 allein und 12 in Gemeinschaft mit anderen Componisten, wie Méhul, Spontini, Paër, Boieldieu, Kreutzer u. s. w. gearbeiteten Opern hat er auch ein Requiem, Cantaten, zwei- bis achtstimmige Canons, viele Romanzen, Sinfonien, Ouvertüren, Militairmärsche, Streichquartette und Violinduos geschrieben. Auch als musikalischer Schriftsteller hat er sich durch ein »Traité d'harmonie« in vier Bänden, durch ein »Dictionnaire des accords«, durch mehrere Brochüren, so wie durch die Fachartikel in der von Courtin herausgegebenen »Encyclopédie moderne« und in dem »Dictionnaire de l'académie« bewährt. — Ein natürlicher Sohn von ihm, François B., geboren den 3. Mai 1784 zu Paris, erhielt seine musikalische Erziehung seit 1796 auf dem Pariser Conservatorium und wurde ein tüchtiger Gesanglehrer. Von ihm erschienen von 1810 an mehrere liebenswürdige und frische komische Opern, wie »Monsieur Desbosquets«, »Jeune et vieille«, »Ninette à la cour«, »Les caquets« u. s. w. Im J. 1821 wurde er als Professor an eine der Gesangsclassen an dem Conservatorium berufen, starb aber schon am 15. Juli 1832 an der Cholera. Sein Sohn, Adolph B., 1817 zu Paris geboren, machte auf dem Conservatorium Gesangstudien, ging in Paris zur Bühne, ohne jedoch dort, so wie in mehreren Provinzialtheatern Erfolg zu erringen. Im J. 1843 war er in Nizza und später in Algier engagirt, wo er am 28. Febr. 1857 als der letzte Spross der berühmten Künstlerfamilie Berton starb. one of two readings
2Geschick zeichnen diese Kinder einer leichten, flüchtigen Musse aus. Im J. 1815 fand B. Aufnahme als Mitglied des Institut de France, wurde aber in der Restaurationsepoke wegen seines Bonapartismus auf schnöde, unverantwortliche Weise wieder ausgestossen und seiner übrigen Aemter entsetzt. Erst nach Méhuls Tode trat die Restitution bei ihm wieder ein; er wurde 1834 Ritter, später Offizier der Ehrenlegion, Professor der Composition, dann Inspector am Conservatorium und sah sich bei jeder Gelegenheit ausgezeichnet. Mit Pflichteifer hat er auch sämmtliche Stellungen bis zu seinem Tode, am 22. April 1844, versehen. B. war übrigens nicht blos im Opernfach so ungemein thätig und fruchtbar. Neben 35 allein und 12 in Gemeinschaft mit anderen Componisten, wie Méhul, Spontini, Paër, Boieldieu, Kreutzer u. s. w. gearbeiteten Opern hat er auch ein Requiem, Cantaten, zwei- bis achtstimmige Canons, viele Romanzen, Sinfonien, Ouvertüren, Militairmärsche, Streichquartette und Violinduos geschrieben. Auch als musikalischer Schriftsteller hat er sich durch ein »Traité d'harmonie« in vier Bänden, durch ein »Dictionnaire des accords«, durch mehrere Brochüren, so wie durch die Fachartikel in der von Courtin herausgegebenen »Encyclopédie moderne« und in dem »Dictionnaire de l'académie« bewährt. — Ein natürlicher Sohn von ihm, François B., geboren den 3. Mai 1784 zu Paris, erhielt seine musikalische Erziehung seit 1796 auf dem Pariser Conservatorium und wurde ein tüchtiger Gesanglehrer. Von ihm erschienen von 1810 an mehrere liebenswürdige und frische komische Opern, wie »Monsieur Desbosquets«, »Jeune et vieille«, »Ninette à la cour«, »Les caquets« u. s. w. Im J. 1821 wurde er als Professor an eine der Gesangsclassen an dem Conservatorium berufen, starb aber schon am 15. Juli 1832 an der Cholera. Sein Sohn, Adolph B., 1817 zu Paris geboren, machte auf dem Conservatorium Gesangstudien, ging in Paris zur Bühne, ohne jedoch dort, so wie in mehreren Provinzialtheatern Erfolg zu erringen. Im J. 1843 war er in Nizza und später in Algier engagirt, wo er am 28. Febr. 1857 als der letzte Spross der berühmten Künstlerfamilie Berton starb. one of two readings
4Bertoni, ein weithin rühmlichst bekannter Orgelspieler und Componist aus Padua, der, obwohl blind geboren, es zu grosser musikalischer Geschicklichkeit brachte. Im J. 1800 war er Organist an der Justinienkirche seiner Vaterstadt und starb am 6. August 1833.
6Bertoni, Ferdinando Giuseppe, geboren den 17. August 1725 auf der Insel Salo bei Venedig, fand in Tomeoni seinen ersten Musiklehrer, den er schliesslich mit dem Pater Martini vertauschte. Völlig ausgebildet kam er mit 20 Jahren nach Venedig zurück, wo er 1752 erster Organist an der St. Marcuskirche und 1757 Lehrer und Kapellmeister am Conservatorium der »Mendicanti« wurde. Die Operncomposition, der er sich neben dem Schaffen im Kirchenstyle hingab, führte ihn von 1778 bis 1780 und dann von 1781 bis 1783 nach London, wo er mit seinen dramatischen Arbeiten die beste Aufnahme fand. Als seine erste Oper wird übrigens »Orazio e Curiazi« (1746) und als seine besten »Armida«, »Quinto Fabio«, »Tancredi«, »Caio Mario«, »Narbale« und vor Allem der weitberühmte und viel gegebene »Orfeo« genannt. Im J. 1784 wurde er Galuppi's Nachfolger als erster Kapellmeister der St. Marcuskirche und war bis 1810 noch amtlich thätig, worauf er in den Ruhestand trat und Desenzano am Gardasee zu seinem ferneren Wohnsitz wählte. Dort ist er auch am 1. Decbr. 1813, fast neunzig Jahr alt, gestorben. Von seinen Kirchencompositionen sind die hervorragendsten die Psalme »Beatus vir« und »Laetatus sum«, die für die Marcuskirche geschriebenen Improperien und die Oratorien »Il figliuol prodigo«, »Peregrinatio ad sanctum domini sepulcrum« (für Frauenstimmen), »David poenitens«, »Gioa« und »Susanna«. Seine Werke bekunden übrigens den geschmackvollen und sorgsamen Meister, wenn sie auch in Bezug auf Erfindung nicht gerade selbstständig dastehen.
8Bertram, Balthasar Christian Friedrich, ein guter Violinist aus Salzwedel und Schüler Joh. Gottl. Graun's. Er kam um 1754 in die königl. Kapelle zu Berlin und starb 1787. Violincompositionen von ihm sind ungedruckt geblieben.
10Bertram, Christian August, Reichsfreiherr von, geboren zu Berlin am 17. Juli 1751 (nach Gerber 1752). Er gab ohne Angabe seines Namens von
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