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Scan 17
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1Fränzl, Ferdinand, ausgezeichneter deutscher Violinvirtuose und trefflicher Componist, geboren am 24. Mai 1770 zu Schwetzingen in der Pfalz, war der Sohn des angesehenen Violinisten und Musikdirektors Ignaz F., unter dessen musikalischer Leitung der Knabe so schnell und kräftig sich entwickelte, dass er mit sieben Jahren in einem Hofconcert zu Mannheim durch sein Spiel alle Hörer zum Erstaunen hinriss. Fünf Jahre später schon wurde er als Violinist der Hofkapelle ebendahin berufen. Auf einer mit dem Vater hierauf unternommenen Kunstreise spielte er 1785 mit grösstem Beifall am Hofe zu München, 1786 an dem zu Wien. Einen längeren Aufenthalt in Strassburg benutzte er, um bei den Kapellmeistern Pleyel und Richter höhere Musikstudien zu treiben, ging dann durch die Schweiz nach Paris und 1790 nach Italien, wo er bei dem Pater Mattei in Bologna Contrapunkt studirte und als Violinvirtuose zu Rom, Neapel und Palermo ungeheures Aufsehen erregte. Im J. 1792 wieder in Deutschland, nahm er zuerst die Concertmeisterstelle in Frankfurt a. M. und zwei Jahre später die Direktion der Privatkapelle des Kaufmanns Bernard in Offenbach an. Ein längerer Urlaub führte ihn 1799 nach London, Hamburg, dann auch wiederholt nach Wien und München, und überall sah er sich als Concertspieler geehrt und gefeiert. Nachdem er seine Stelle in Offenbach ganz aufgegeben hatte, bereiste er 1803 Polen und Russland, hielt sich längere Zeit in Moskau und St. Petersburg auf, wo er reiche Einnahmen hatte und folgte von dort aus Ende 1806 einem Rufe als Hof-Musikdirektor nach München, um als Nachfolger Karl Cannabich’s einzutreten. Hier übernahm er auch die Leitung der deutschen Oper und zeigte sich der schwierigen Stellung mehr als gewachsen. Glänzende Concertreisen unternahm er von Zeit zu Zeit auch von München aus, so nach Frankfurt a. M., Offenbach, Mannheim, um 1810 nach Amsterdam und Paris, 1814 nach Wien und 1816 nach Leipzig. Im J. 1823 war er wieder in Italien, wo man ihn, besonders in Mailand, auszeichnete. Zwei Jahre später, nachdem er die Leitung der deutschen Oper in München niedergelegt hatte, wurde er zum wirklichen bairischen Hofkapellmeister ernannt, liess sich 1827 als solcher pensioniren und begab sich nach Genf, wo er das Musikwesen ungemien hob, so dass man ihn im April 1831 mit dem grössten Bedauern nach Mannheim scheiden sah. Bald darauf, im Novbr. 1833, starb er in Mannheim. — Als Violinvirtuose hat F. durch ungemine Fertigkeit und Sauberkeit, Reinheit des Tons und ausdrucksvollen, jeder Nüance gerecht werdenden Vortrag geglänzt, als Componist durch Fruchtbarkeit und Gediegenheit. Man kennt von ihm die Opern und Singspiele: »Die Luftbälle« (1788 in Strassburg), »Adolph und Clara« (1800 für Frankfurt), »Carlo Fioras« (1800 für München), »Haireddin Barbarossa«, der Kaiserin von Russland gewidmet (1815 für München), »die Weihe«, dramatisches Festspiel (1818 für München) und »der Fassbinder« (1824 für München); ferner 9 Violinconcerte, ein Doppelconcert für zwei Violinen, »das Reich der Töne«, Concertino für Violine mit fünf Solosingstimmen, Chor und Orchester, concertirende Violinduette und Violintrios, viele Violinstücke, italienische Canzonen, eine Sinfonie, mehrere Ouvertüren u. s. w. — Sein Vater, Ignaz F., war ebenfalls als einer der geschicktesten Violinvirtuosen in Deutschland anerkannt. Geboren war derselbe am 3. Juni 1734 zu Mannheim, war 1750 als Violinist in das dortige berühmte Hoforchester getreten und darin bis zum Concertmeister und Musikdirektor emporgestiegen, in welcher letzteren Eigenschaft er seit 1768 auch in München wirkte. Mit seinem Sohne ging er 1784 auf Reisen, nahm 1790 die Stelle eines ersten Direktors der Theaterkapelle in Mannheim an und wirkte als solcher bis zu seinem Tode daselbst im J. 1803. Seine Violincompositionen, von denen an 20, bestehend in Concerten, Quartetten, Trios, erschienen, waren im engeren Umkreise beliebt, vermögen aber nicht den Vergleich mit den gleichartigen fantasiereichen und geschickten Arbeiten seines Sohnes auszuhalten.
3Fragmengo, Filippo, spanischer Componist, der in der letzten Hälfte des
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