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Scan 471
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1libitum, Paris, Janet. 76) Eine Anzahl Variationen für Clavier allein, in Paris und Wien erschienen.
3Paganelli, Giuseppe Antonio, Direktor der Kammermusik des Königs von Spanien, war zu Padua geboren. Im Jahre 1733 gehörte er einer italienischen Operngesellschaft zu Augsburg als Accompagneur an. Er hat Opern, Oratorien, Cantaten, Sinfonien, Trios, Claviersonaten, Stücke für die Harfe, Violinduos u. s. w. geschrieben. Diese Werke sind zum Theil in Augsburg und zwar von 1736 bis 1756 erschienen.
5Paganini, Nicolo, der grösste und auch mit Recht wohl bewundertste Violinvirtuos, wurde am 18. Februar 1784 zu Genua geboren. Sein Vater Antonio besass in der Nähe des Hafens einen kleinen Kramladen, und wird als ein ausserordentlich habsüchtiger Mensch geschildert. Da diese Habsucht in den kleinlichen Geschäftsverhältnissen keine Nahrung fand, so ist es kein Wunder, wenn wir hören, dass sie sich des Talentes bemächtigte, das sich speciell für das Violinspiel schon so ausserordentlich früh und so ausgesprochen in seinem Knaben zeigte, wie es zum zweiten Male wohl noch nicht dagewesen ist. Man kann mit Recht sagen, dass Nicolo P. für das Violinspiel prädestinirt gewesen sei. Die härtesten Strafen, Hunger und Schläge, erschienen dem Vater nicht unangemessen, das Kind zu unablässigem Studium anzuhalten, um das Talent, welches dem Habsüchtigen die Erfüllung seiner goldenen Träume versprach, auszubilden. Merkwürdig genug, dass die harte Behandlung die Flügel des Genius nicht erlahmen liess, sondern im Gegentheil den Eifer und die Begeisterung in der That anspornte. Die Lernbegierde des Knaben wetteiferte mit dem steten Antreiben seines väterlichen Peinigers und trug über diese nicht selten noch den Sieg davon. Schon in frühester Jugend trieb es ihn unwiderstehlich, auf seiner kleinen Geige von dem Gewöhnlichen abzuweichen und neue, seltsame Griffe zu suchen, deren Zusammenklingen die Hörer in Erstaunen setzte, so dass der Keim zu dem späteren Virtuosen, der durch seine neuen, seltsamen, nie gehört Kühnheiten auf seinem Instrumente die ganze Welt in athemlose Bewunderung versetzte, schon in dem Knaben deutlich erkennbar ist. Sein erster Lehrmeister scheint der Vater selbst gewesen zu sein; was er bei diesem gelernt hat, wird nicht weit her gewesen sein. Doch machte das Wunderkind selbstverständlich bald so viel von sich reden, dass der Kapellmeister Francesco Gnecco das kleine Haus am Hafen besuchte, den merkwürdigen Knaben in den Kreis seiner Freunde einführte und dem Vater begreiflich machte, dass derselbe längst seiner Schule entwachsen sei. So kam Nicolo endlich in die Hände des damals in Genua berühmtesten Violinspielers, des Domkapellmeisters Giacomo Costa, der sofort das lebhafteste Interesse an dem genialen Knaben nahm, obgleich seine Pedanterie gar häufig mit der Eigenart seines Zöglings, von der dieser auch in der strengen Schule des neuen Lehrmeisters nicht liess, in die heftigste Collision gerieth. Dabei entliess ihn der Vater aber nicht aus der strengsten Aufsicht, und der Knabe hat keinerlei Jugendfreuden kennen gelernt, was wohl zum grossen Theile den Grund zu seinem späteren, verschlossenen, gleichsam menschenscheuen Wesen gelegt hat. So bildeten die Unterrichtsstunden bei Costa für ihn eine ganz neue Welt, und so wenig P. diesem Manne auch für sein Geigenspiel zu danken hatte, er erinnerte sich stets mit dankbarer Liebe dieses Lehrmeisters, dessen freundliche Mahnungen und gütige Unterweisungen wie ein warmer befruchtender Regen in das Innere der verschüchterten Künstler- und Kindesseele fielen. Doch währten diese Stunden auch nur kurze Zeit.
7Costa liess den Knaben öfter in der Kirche kleine Soli spielen, doch brachte ihm erst das erste öffentliche Concert im Theatersaale, in welchem Nicolo auftrat, die Ueberzeugung, dass auch er den Knaben nichts mehr lehren könne. Der kleine Künstler entfaltete hier trotz des empfangenen Unterrichtes seine Eigenheiten in einer Weise, die den pedantischen Meister wohl den Kopf schütteln liess, die Menge aber zum unbeschreiblichsten Jubel
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