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Scan 264
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880
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1Director er seitdem ist und mit welcher er befruchtend und befeuernd nach allen Seiten hin wirkt.
3Antoni, Friedrich, Director der königl. Hautboistenschule des Militär-Waisenhauses zu Potsdam, ist um 1755 geboren und auf jener Anstalt von seinem dritten Lebensjahre an bis zum siebenzehnten erzogen worden. Unter Jacobi's Leitung musikalisch vorgebildet, kam er 1773 als Fagottist in das Musikcorps des Renzel'schen Regiments zu Berlin und bereits ein Jahr später als Kammermusiker in die königl. Kapelle. Im Juli 1784 wurde er zum Director der Hautboistenschule des Militär-Waisenhauses zu Potsdam ernannt, aber bereits 1792 mit vollem Gehalte pensionirt, da man diese Schule aus Sparsamkeitsrücksichten auflöste. Nun bildete A. eine Privat-Hautboistenschule, welche so segensreich zu wirken begann, dass der König derselben bereits 1796 ein Pflegegeld von 720 Thalern jährlich und zwei Haufen Holz zur Heizung des Musiksaales aussetzte. Diesen Etat verwendete A., um seine Zöglinge bis auf 30 zu vermehren und deren Eltern monatlich zwei Thaler auszuzahlen. In der Franzosenzeit, 1806, gerieth das Institut abermals ins Stocken, wurde 1808 ganz aufgelöst und A. mit der Hälfte seines Gehalts pensionirt, bis im J. 1817 Alles restituiert wurde. Nun führte A. die Leitung wieder bis 1823, wo er sein Jubiläum feierte, das allgemeine Ehrenzeichen 1. Classe erhielt und nunmehr auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt wurde. Er hatte 200 Militärmusiker, theils Hautboisten, theils Trompeter, unter diesen Virtuosen von Ruf, wie die Gebrüder Bärman, den Fagottisten Brandt u. s. w., der preussischen Armee zugeführt. A. starb am 3. Juli 1830, 76 Jahr alt, zu Potsdam. one of two readings
4Antoni, Friedrich, Director der königl. Hautboistenschule des Militär-Waisenhauses zu Potsdam, ist um 1755 geboren und auf jener Anstalt von seinem dritten Lebensjahre an bis zum siebenzehnten erzogen worden. Unter Jacobi's Leitung musikalisch vorgebildet, kam er 1773 als Fagottist in das Musikcorps des Renzel'schen Regiments zu Berlin und bereits ein Jahr später als Kammermusiker in die königl. Kapelle. Im Juli 1784 wurde er zum Director der Hautboistenschule des Militär-Waisenhauses zu Potsdam ernannt, aber bereits 1792 mit vollem Gehalte pensionirt, da man diese Schule aus Sparsamkeitsrücksichten auflöste. Nun bildete A. eine Privat-Hautboistenschule, welche so segensreich zu wirken begann, dass der König derselben bereits 1796 ein Pflegegeld von 720 Thalern jährlich und zwei Haufen Holz zur Heizung des Musiksaales aussetzte. Diesen Etat verwendete A., um seine Zöglinge bis auf 30 zu vermehren und deren Eltern monatlich zwei Thaler auszuzahlen. In der Franzosenzeit, 1806, gerieth das Institut abermals ins Stocken, wurde 1808 ganz aufgelöst und A. mit der Hälfte seines Gehalts pensionirt, bis im J. 1817 Alles restituiert wurde. Nun führte A. die Leitung wieder bis 1823, wo er sein Jubiläum feierte, das allgemeine Ehrenzeichen 1. Classe erhielt und nunmehr auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt wurde. Er hatte 200 Militärmusiker, theils Hautboisten, theils Trompeter, unter diesen Virtuosen von Ruf, wie die Gebrüder Bärmann, den Fagottisten Brandt u. s. w., der preussischen Armee zugeführt. A. starb am 3. Juli 1830, 76 Jahr alt, zu Potsdam. one of two readings
6Antonii, Giovanni Battista degli, ein berühmter Organist zu Bologna und Mitglied der dortigen philharmonischen Gesellschaft um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Sein jüngerer Bruder, Pietro degli A., gleichfalls Mitglied jener Gesellschaft und Kapellmeister an mehreren Kirchen Bolognas, zeichnete sich als Komponist von Messen und Motetten aus, welche um 1680 erschienen.
8Antonio, ein Tenorist von ausserordentlich schönen Stimmmitteln und hochgeehrtem Ruf, gehörte seit 1790 zu den Zierden der Sixtinischen Kapelle in Rom. Er wurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts noch als lebend aufgeführt.
10Antonio, mit den Beinamen degli Organi und Squarcialupi, ein hochberühmter Organist zu Rom, um das Jahr 1460 lebend, zu dem von weit und breit her die Musiker strömten, um ihn zu hören und sein Spiel zu bewundern.
12Antonietto, Giorgio, italienischer Musikgelehrter und Tonsetzer von ausgezeichnetem Ruf, welcher um 1760 nach London ging, wo er gleichfalls Aufsehen erregte. Dort erschien auch seine bereits in Italien veröffentlichte grosse und gründliche Harmonielehre (Arte armonica) in englischer Uebersetzung in zwei Folioböänden. Als Zeugnisse des Genies galten auch seine zwölf Sonaten für Gambe oder Violoncell aus dem Jahre 1736.
14Antony, Joseph, geboren am 12. Januar 1758 zu Rengersbrunnen in der Grafschaft Rheineck, gestorben im J. 1832 zu Münster in der Provinz Westphalen, hatte den Ruf eines ausgezeichneten Violoncell- und Orgelspielers und eines guten Kirchencomponisten. Noch grössere Bedeutung erlangte sein Sohn Franz Joseph A., geboren am 1. Febr. 1790 zu Münster, welcher in der Musik Schüler seines Vaters war, zugleich aber Theologie studirte. Im J. 1819 wurde er Gesanglehrer am Gymnasium und Chordirector am Dom seiner Vaterstadt. Nach dem Tode seines Vaters wurde ihm auch die Domorganistenstelle daselbst übertragen. Er starb am 7. Januar 1837. Von ihm erschienen vier Choralmessen, Gesänge und Lieder, ausserdem aber auch einige vortreffliche schriftstellerische Arbeiten, welche den gründlich gebildeten, tiefdenkenden Musiker verrathen, so: »Archäologisch-liturgisches Lehrbuch des Gregorianischen Kirchengesanges« (Münster, 1829) und »Geschichtliche Darstellung der Entstehung und Vervollkommnung der Orgel« (Münster, 1832). Auch als Mensch hinterliess A. den Ruf eines gewissenhaften und pflichtgetreuen Beamten.
16Antreten ist der deutsche Name für ein Signal, welches man gewöhnlich Appell (s. d.) nennt.
18Antwort, oder Beantwortung, andere Bezeichnung für den Gefährten (latein.:
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