Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880 › scan 317
Scan 317
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880
13 lines. Read by computer on 16 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. No printed page number was found. See the scan on archive.org.
1schiede bei einem tieferen as, das durch das Cello oder den Contrabass angegeben wird, in noch grösseren Abweichungen sich bemerkbar machen. Diese Tonunterschiede, welche selbst in den gleichnotirten Tönen stattfinden können, die aber viel bedeutender in den unter obigen Bedingungen verschieden notirten hervortreten, sind der Grund, weshalb die gewissenhafteste Orthographie für die Notirung von Tönen der harmonischen Kunstschöpfungen nicht genug empfohlen werden kann. C. B.
3Asantschewsky, Michael von, geboren 1839 zu Moskau, begab sich im J. 1861 zur Vervollständigung seiner musikalischen Studien nach Leipzig, wo er bei Hauptmann und Richter sich aufs Eifrigste mit Compositionslehre und Contrapunkt befasste. Die Früchte dieses Aufenthaltes sind mehrere tüchtige Compositionen, darunter ein Streichquartett und eine Conzert-Ouvertüre, welche im Druck erschienen. Seine unabhängige und glänzende äussere Stellung gab ihm die Mittel, sein Kunstinteresse in ausgedehnter Weise bethätigen zu können, und er befasste sich daher mit besonderer Vorliebe mit materieller Förderung emporstrebender Talente und mit Anlegung und Vervollständigung einer grossen musikalischen Büchersammlung, welche jetzt zu einer der kostbarsten Privatbibliotheken herangewachsen ist. Seinen Wohnsitz hat er seit 1863 theils in St. Petersburg, theils in Paris genommen, wo er in jeder Beziehung sehr geschätzt und geachtet wird.
5Asbury, Alice, eine talentvolle junge, in der deutschen und englischen Literatur sehr bewanderte Amerikanerin, geboren 1848, welche sich zu ihrer Ausbildung mehrere Jahre in Deutschland, namentlich in Berlin, aufhielt und seit 1867 in Quincy im nordamerikanischen Staate Illinois schriftstellerisch überaus thätig lebt. Sie hat u. A. eine vortreffliche englische Uebersetzung der Meyerbeer-Biographie von H. Mendel geliefert.
7Aschenbrenner, Christian Heinrich, geboren 29. Decbr. 1654 zu Altstettin, wird als einer der besten Violinisten seiner Zeit gerühmt. Sein Leben war ein sehr wechselreiches und, trotz seines Rufes, nicht immer sorgenfreies. Sein Vater, vor- mals herzogl. wolfenbüttel'scher Kapellmeister und zu damaliger Zeit Rathsmusicus zu Altstettin, war auch sein erster Lehrer bis zum 14. Lebensjahre, von wo an er bei dem berühmten Theile in Merseburg, den man den Vater der deutschen Contrapunktiker nannte, Compositionsunterricht erhielt. Beim Kapellmeister Schmelzer in Wien vollendete er endlich seine musikalischen Stadien. Auf Theile's Empfehlung hin wurde er im J. 1677 erster Violinist des Herzogs von Zeitz, war aber bereits nach vier Jahren, wo dieser Fürst starb und seine Kapelle aufgelöst wurde, anstellungslos. Rosenmüller rief ihn nach Wolfenbüttel, um ihn in derselben Kapelle unterzubringen, welcher sein Vater ehrenvoll vorgestanden hatte, starb aber, ehe er seine Empfehlung hatte durchsetzen können. Erst 1683 wurde A. wieder angestellt und zwar beim Herzog von Merseburg, welcher ihm, zur Verbesserung seiner Einkünfte, Erlaubniss zu Kunstreisen gab, die seinen Ruf weithin trugen. So spielte er 1690 vor dem Kaiser in Wien, dem er bereits eine Sammlung Violin-Sonaten gewidmet hatte, und wurde sehr geehrt und reich beschenkt. Aber damals starb auch der Herzog von Merseburg, und mit der Entlassung seiner Kapelle erfolgte auch die A.'s, der sich dadurch einige Zeit hindurch auf eine kümmerliche Existenz angewiesen sah. Im J. 1695 wurde er Musikdirector des Herzogs von Zeitz und verweilte in dieser Stellung bis 1713, wo ihn der Herzog Wilhelm als Kapellmeister wieder nach Merseburg berief. Jedoch behielt er die Oberaufsicht über die Hofmusik zu Zeitz und verpflichtete sich, dort jährlich einige Male zu spielen. Nach sechs Jahren verlor er aus unbekannten Gründen beide Stellungen und ging mit einer kärglichen Pension nach Jena, wo er als invalider Greis sich auf den Ertrag von einigen Unterrichtsstunden angewiesen sah, bis ihn der Tod am 13. Decbr. 1732 von einem sorgenvollen Leben erlöste. Sein Hauptwerk ist die 1673 erschienene und öfters neu aufgelegte »Gast- und Hochzeitsfreude, eine Sammlung von Allemanden, Präludien, Sonaten u. s. w. mit drei bis sechs Stimmen«. — Ein anderer Aschenbrenner, Johann Friedrich mit Zunamen, geboren 1728 zu Soldin, war bis 1797 Flötist der königl. Kapelle zu Berlin. one of two readings
8Aschenbrenner, Christian Heinrich, geboren 29. Decbr. 1654 zu Altstettin, wird als einer der besten Violinisten seiner Zeit gerühmt. Sein Leben war ein sehr wechselreiches und, trotz seines Rufes, nicht immer sorgenfreies. Sein Vater, vor- mals herzogl. wolfenbüttel'scher Kapellmeister und zu damaliger Zeit Rathsmusicus zu Altstettin, war auch sein erster Lehrer bis zum 14. Lebensjahre, von wo an er bei dem berühmten Theile in Merseburg, den man den Vater der deutschen Contrapunktiker nannte, Compositionsunterricht erhielt. Beim Kapellmeister Schmelzer in Wien vollendete er endlich seine musikalischen Stadien. Auf Theile's Empfehlung hin wurde er im J. 1677 erster Violinist des Herzogs von Zeitz, war aber bereits nach vier Jahren, wo dieser Fürst starb und seine Kapelle aufgelöst wurde, anstellunglos. Rosenmüller rief ihn nach Wolfenbüttel, um ihn in derselben Kapelle unterzubringen, welcher sein Vater ehrenvoll vorgestanden hatte, starb aber, ehe er seine Empfehlung hatte durchsetzen können. Erst 1683 wurde A. wieder angestellt und zwar beim Herzog von Merseburg, welcher ihm, zur Verbesserung seiner Einkünfte, Erlaubniss zu Kunstreisen gab, die seinen Ruf weithin trugen. So spielte er 1690 vor dem Kaiser in Wien, dem er bereits eine Sammlung Violin-Sonaten gewidmet hatte, und wurde sehr geehrt und reich beschenkt. Aber damals starb auch der Herzog von Merseburg, und mit der Entlassung seiner Kapelle erfolgte auch die A.'s, der sich dadurch einige Zeit hindurch auf eine kümmerliche Existenz angewiesen sah. Im J. 1695 wurde er Musikdirector des Herzogs von Zeitz und verweilte in dieser Stellung bis 1713, wo ihn der Herzog Wilhelm als Kapellmeister wieder nach Merseburg berief. Jedoch behielt er die Oberaufsicht über die Hofmusik zu Zeitz und verpflichtete sich, dort jährlich einige Male zu spielen. Nach sechs Jahren verlor er aus unbekannten Gründen beide Stellungen und ging mit einer kärglichen Pension nach Jena, wo er als invalider Greis sich auf den Ertrag von einigen Unterrichtsstunden angewiesen sah, bis ihn der Tod am 13. Decbr. 1732 von einem sorgenvollen Leben erlöste. Sein Hauptwerk ist die 1673 erschienene und öfters neu aufgelegte »Gast- und Hochzeitsfreude, eine Sammlung von Allemanden, Präludien, Sonaten u. s. w. mit drei bis sechs Stimmen«. — Ein anderer Aschenbrenner, Johann Friedrich mit Zunamen, geboren 1728 zu Soldin, war bis 1797 Flötist der königl. Kapelle zu Berlin. one of two readings
10Aschenbrenner, Auguste, Sängerin, s. Krüger-A.
12Ascher, Joseph, ein überaus beliebter Saloncomponist und eleganter Pianist,
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.