Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880 › scan 319
Scan 319
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880
10 lines. Read by computer on 16 September 2026. No printed page number was found. See the scan on archive.org.
1Vorstellungen, welche in der Blüthezeit der ungleichschwebenden Temperatur entstanden, Commentare einer durch Worte wie sonstige Bilder unbeschreibbaren Tonempfindung, haben gänzlich ihren Werth verloren; denn seitdem sich über jedem Tone eine absolut gleiche Stufenfolge der Töne in beiden Tongattungen erheben soll, ist eigentlich jeder Tonart nur noch die Eigenheit ihrer Gattung geblieben, welche je nach der höheren oder tieferen Grundtonlage der Art, und insoweit die natürliche Folge dieser Lage, die Mehr- oder Minderzahl der Schwingungen der einzelnen Töne, die den gleichen Tonleiterstufen eigen sind, als eine besondere zu betrachten ist. Ausser dieser Eigenheit der As dur-Tonart hat sich für dieselbe noch in der Neuzeit der Brauch als beachtenswerth herausgestellt, dass man am liebsten solche Tonstücke in dieser Tonart componirt, in denen vorzüglich Blasinstrumente von Metall, welche diese oder eine nahe verwandte Tonart als Grundstimmung haben, benutzt werden. Diese geben in ihren natürlichen Obertönen (Naturtönen) die Hauptintervalle dieser Tonart, Quinte und Quarte, stets unverändert in einem dem Ohre angenehmeren Tonverhältniss, als es den Streichinstrumenten überhaupt möglich ist; letztere selbst besitzen nur wenig freie Saiten zur Angabe von Scalatönen der As dur-Tonleiter, die jedoch, wie anzunehmen ist, am häufigsten in As dur-Tonstücken vorkommen müssen, und wird die Intonirung der Hauptsrichtstufen dieser Tonleiter, des und es, da sie bei diesen Instrumenten stets von der Tonempfindsamkeit des Spielers abhängig ist, leicht bei dem verschiedenen Erscheinen auch in kleinen Abweichungen selbst dem Hörer bemerkbar. C. B.
3Ashe, Andreas, vortrefflicher und rühmlichst bekannter Flötist, geboren 1759 zu Lisburn in Nord-Irland, erhielt den ersten Unterricht auf der Musikschule zu Woolwich, die er jedoch bald wieder verlassen sollte, als seine Eltern in ihren Vermögensumständen zurückkamen. Graf Bentink, ein holländischer Oberst in englischen Diensten, nahm sich des talentvollen Knaben an, machte ihn zum Begleiter auf seinen weiten Reisen und liess ihn in Holland vollends zum tüchtigen Flötisten ausbilden. Als solcher wurde A. Mitglied des Opernorchesters zu Brüssel, welche Stellung er 1782 mit der eines Soloflötiisten der Conzertgesellschaft Rotonda in Dublin vertauschte. Im J. 1791 folgte er einem vortheilhaften Rufe nach London, wo er sich zuerst in den Salomon'schen Conzerten als Virtuose und Componist vorführte und der Held des Tages wurde. Nach Monzani's Ausscheiden wurde er zugleich erster Flötist der Italienischen Oper und 1810 Conzertdirector zu Bath. In dieser Stellung verblieb er zu allgemeiner Zufriedenheit bis zum J. 1822, wo er sich von der Öffentlichkeit zurückzog, um endlich ungestört an die Herausgabe seiner vielen gediegenen Flötencompositionen zu denken. Er starb 1828 zu London.
5Ashley, John, ein ausgezeichneter englischer Fagottist, guter Musiker und lange Zeit hindurch Hautboist in der königl. Garde zu London. Im J. 1784 blies er bei der grossen Gedächtnissmusik zu Ehren Händel's mit ausserordentlicher und bewunderter Geschicklichkeit den 16füssigen Doppelfagott. Er war ein Freund Clementi's und hinterliess ausser für Fagott auch Compositionen für Flöte, Klavier (Sonaten) und Gesang. — Denselben Namen führten auch einige andere gute englische Musiker.
7Ashwell, Thomas, unter der Regierung Heinrichs VIII., Eduards VI. und Maria's Organist an der Stiftskirche zu London, berühmt durch sein Orgelspiel, so wie durch mehrere Kirchencompositionen.
9Asioli, Bonifacio, ein höchst bedeutender und überaus fruchtbarer italienischer Componist, wurde am 30. Aug. 1769 zu Correggio geboren. Fünf Jahr alt, begann er Klavier zu spielen und componirte drei Jahre darauf schon, ohne weitere Unterweisung empfangen zu haben, drei Messen, zwanzig verschiedene Kirchenstücke, ein Klavierconzert mit Orchester, zwei vierhändige Sonaten und ein Violinconzert. Erst 1779 erhielt er zu Parma bei Morigi regelrechten Compositionsunterricht und componirte nun mit Vorliebe zahlreiche Fugen. Zwei Jahre darauf setzte er in zwei Conzerten, besonders als Improvisator von Fugen, die Kunstfreunde in Vicenza in das höchste Staunen und kehrte über Venedig in seine Vaterstadt zurück, wo er als dreizehnjähriger Knabe die Anstellung als Kapellmeister erhielt. Als solcher componirte er bis zu seinem achtzehnten Jahre fünf grosse Messen, ein Oratorium, eine Cantate, vierundzwanzig grössere und kleinere Kirchenstücke, drei komische Opern, zwei Inter-
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.