Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 424

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880

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1schule (1779, 2. Aufl. 1798), endlich durch seine »Solfèges pour apprendre facilement la musique vocale et instrumentale etc.« (1770, 2. Aufl. 1784) rühmlichst bekannt. Er selbst starb im J. 1791 zu Paris.
3Baillioni, Giovanni, ein italienischer Tonkünstler zu Mailand, welcher um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert lebte und ein pneumatisches Instrument erfunden haben soll.
5Baillon, Pierre Jacques, ein zu Ende des vorigen Jahrhunderts zu Paris lebender Gesang- und Guitarrelehrer, von welchem eine »Nouvelle méthode de Guitarre etc.« (Paris, 1781) erschien.
7Baillot, Pierre Marie François de Sales, ein hochbedeutender französischer Violinist, wurde am 1. Octbr. 1771 zu Passy bei Paris geboren. Lust und Anlage zum Violinspiel zeigten sich bei ihm schon frühzeitig und erfuhren bei dem Violinisten Polidori aus Florenz die erste Pflege. Im J. 1780 liess sich sein Vater, ein Rechtsgelehrter, ganz in Paris nieder, und hier war es Sainte-Marie, welcher B. im Violinspiel weiter förderte. Viotti's Spiel, welches er bald darauf hörte, wurde ihm eine weitere Anregung, die aber aufhörte, als B.'s Vater im J. 1783 als Generalprocurator nach Bastia auf Corsica versetzt wurde, wo der Knabe ganz auf sich selbst angewiesen war. Als der Vater jedoch nach wenigen Monaten starb, kam der junge B. wieder nach Paris und zwar in das Haus des Intendanten de Boucheporn, welcher ihn wie einen Sohn behandelte und erzog und auch mit seinen eigenen Kindern nach Rom schickte. Während eines dreizehnmonatlichen Aufenthaltes daselbst studirte B. bei Pollani, der ein ausgezeichneter Schüler Nardini's war, und liess sich bereits auch mit grossem Beifall hören, eben so in Corsica 1785 und in Bayonne, Pau und Auch, wo er abwechselnd seinen Wohnplatz nahm. Im J. 1791 ging er ganz und gar nach Paris, wo er auf Viotti's Empfehlung hin sofort eine Stelle als Orchestermitglied an der ersten Violine im Théâtre Feydeau erhielt. Nach wenigen Monaten wurde ihm eine Anstellung im Finanzministerium, in welcher er mehrere Jahre hindurch blieb, dennoch aber vernachlässigte er das Violinspiel nicht, sondern trat sogar öffentlich mit ausserordentlichem Erfolg auf, sodass er an das neu gegründete Conservatoire als Professor des Violinspiels berufen wurde. Trotzdem, dass er nun selbst Lehrer war, begann er damals erst Harmonielehre bei Catel zu studiren, nach deren Absolvirung er bei Reicha und Cherubini mit Composition begann. Nachdem er als Solo-Violinist 1802 in der Privatkapelle Napoleons angestellt worden war, unternahm er endlich und zwar mit dem Violoncellisten Lamarre, seine erste Kunstreise, welche nach Russland ging und gleicherweise lucrativ, wie ehrenvoll war. Hierauf bereiste er 1812 Süd-Frankreich, 1815 die Niederlande und 1816 England, überall ehrenvoll empfangen und hochgefeiert; Deutschland soll er absichtlich vermieden haben, um nicht in Vergleichung mit L. Spohr gestellt zu werden. Seit 1814 gab er in Paris während der Wintermonate Quartett-Soiréen, welche berühmt wurden und die Liebe zur Kammermusik bei dem Publicum weckten und förderten. Im J. 1821 wurde er als erster Violinist in das Orchester der Grossen Oper und 1825 in gleicher Eigenschaft in die königl. Kapelle berufen und zeigte in allen diesen Stellungen, so wie in seiner Lehrthätigkeit einen wahrhaft unermüdlichen Eifer. Seine letzte Kunstreise unternahm er im J. 1833 durch das nördliche Italien und die Schweiz. Seitdem lebte und wirkte er, mit verdientem hohen Ansehen bekleidet und als Haupt der französischen Schule verehrt, ausschliesslich in Paris, wo ihn am 15. Septbr. 1842 der Tod abrief. Seine musik-literarische Thätigkeit war nicht minder wichtig wie seine praktische als Virtuose und Lehrer. Seine weltberühmten Etüden, so wie die in Verbindung mit Rode und Kreutzer herausgegebene Violinschule für das Conservatorium zu Paris, noch mehr seine »L'art du Violon« (Paris, 1835) sind durchaus würdige Denkmale einer vorzüglichen Pädagogik. An der grossen Violoncell-Schule für das Conservatorium hat er den redactionellen Theil versehen. Von seinen zahlreichen Compositionen sind ausser den 12 Etüden und 24 Präludien erschienen: 9 Violinconcerte, 30 Airs variés, 6 Duette für zwei Violinen, 3 Streichquartette und 15 Streichtrios. Auch als Schriftsteller hat er sich durch seine »Notice sur Gretry« (Paris, 1814) und »Notice sur Viotti« (Paris, 1825) nicht unvorteilhaft bekannt gemacht. one of two readings
8Baillot, Pierre Marie François de Sales, ein hochbedeutender französischer Violinist, wurde am 1. Octbr. 1771 zu Passy bei Paris geboren. Lust und Anlage zum Violinspiel zeigten sich bei ihm schon frühzeitig und erfuhren bei dem Violinisten Polidori aus Florenz die erste Pflege. Im J. 1780 liess sich sein Vater, ein Rechtsgelehrter, ganz in Paris nieder, und hier war es Sainte-Marie, welcher B. im Violinspiel weiter förderte. Viotti's Spiel, welches er bald darauf hörte, wurde ihm eine weitere Anregung, die aber aufhörte, als B.'s Vater im J. 1783 als Generalprocurator nach Bastia auf Corsica versetzt wurde, wo der Knabe ganz auf sich selbst angewiesen war. Als der Vater jedoch nach wenigen Monaten starb, kam der junge B. wieder nach Paris und zwar in das Haus des Intendanten de Boucheporn, welcher ihn wie einen Sohn behandelte und erzog und auch mit seinen eigenen Kindern nach Rom schickte. Während eines dreizehnmonatlichen Aufenthaltes daselbst studirte B. bei Pollani, der ein ausgezeichneter Schüler Nardini's war, und liess sich bereits auch mit grossem Beifall hören, eben so in Corsica 1785 und in Bayonne, Pau und Auch, wo er abwechselnd seinen Wohnplatz nahm. Im J. 1791 ging er ganz und gar nach Paris, wo er auf Viotti's Empfehlung hin sofort eine Stelle als Orchestermitglied an der ersten Violine im Théâtre Feydeau erhielt. Nach wenigen Monaten wurde ihm eine Anstellung im Finanzministerium, in welcher er mehrere Jahre hindurch blieb, dennoch aber vernachlässigte er das Violinspiel nicht, sondern trat sogar öffentlich mit ausserordentlichen Erfolg auf, sodass er an das neu gegründete Conservatoire als Professor des Violinspiels berufen wurde. Trotzdem, dass er nun selbst Lehrer war, begann er damals erst Harmonielehre bei Catel zu studiren, nach deren Absolvirung er bei Reicha und Cherubini mit Composition begann. Nachdem er als Solo-Violinist 1802 in der Privatkapelle Napoleons angestellt worden war, unternahm er endlich und zwar mit dem Violoncellisten Lamarre, seine erste Kunstreise, welche nach Russland ging und gleicherweise lucrativ, wie ehrenvoll war. Hierauf bereiste er 1812 Süd-Frankreich, 1815 die Niederlande und 1816 England, überall ehrenvoll empfangen und hochgefeiert; Deutschland soll er absichtlich vermieden haben, um nicht in Vergleichung mit L. Spohr gestellt zu werden. Seit 1814 gab er in Paris während der Wintermonate Quartett-Soiréen, welche berühmt wurden und die Liebe zur Kammermusik bei dem Publicum weckten und förderten. Im J. 1821 wurde er als erster Violinist in das Orchester der Grossen Oper und 1825 in gleicher Eigenschaft in die königl. Kapelle berufen und zeigte in allen diesen Stellungen, so wie in seiner Lehrtätigkeit einen wahrhaft unermüdlichen Eifer. Seine letzte Kunstreise unternahm er im J. 1833 durch das nördliche Italien und die Schweiz. Seitdem lebte und wirkte er, mit verdientem hohen Ansehen bekleidet und als Haupt der französischen Schule verehrt, ausschliesslich in Paris, wo ihn am 15. Septbr. 1842 der Tod abrief. Seine musik-literarische Tätigkeit war nicht minder wichtig wie seine praktische als Virtuose und Lehrer. Seine weltberühmten Etüden, so wie die in Verbindung mit Rode und Kreutzer herausgegebene Violinschule für das Conservatorium zu Paris, noch mehr seine »L'art du Violon« (Paris, 1835) sind durchaus würdige Denkmale einer vorzüglichen Pädagogik. An der grossen Violoncell-Schule für das Conservatorium hat er den redactionellen Theil versehen. Von seinen zahlreichen Compositionen sind ausser den 12 Etüden und 24 Präludien erschienen: 9 Violinconcerte, 30 Airs variés, 6 Duette für zwei Violinen, 3 Streichquartette und 15 Streichtrios. Auch als Schriftsteller hat er sich durch seine »Notice sur Gretry« (Paris, 1814) und »Notice sur Viotti« (Paris, 1825) nicht unvorteilhaft bekannt gemacht. one of two readings

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