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Scan 564
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880
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1Bergmann, Heinrich Christian, geboren 1802, ein fertiger Guitarrespieler, gab eine »Kurze Anweisung zum Guitarrespielen« (Halle, 1827) heraus.
3Bergmann, Johann Gottfried, geboren den 10. März 1795 zu Reichenbach, war der Sohn eines armen Dorffiedlers, der ihn in den Elementarkenntnissen der Musik unterrichtete, während der Pfarrer des Ortes den strebsamen Knaben in die Wissenschaften und alten Sprachen einführte. Dadurch wurde B. befähigt, als Alumnus in die Kreuzschule zu Dresden zu treten. Unter Noth und Entbehrungen schlug er sich bis zur Stelle eines Cantors in Grossenhain, worauf er 1814 in gleicher Stellung nach Senftenberg versetzt wurde. Seine treffliche Tenorstimme, die bereits die Bewunderung seiner Gemeinde auf sich gezogen hatte, verschaffte ihm 1816 die Anstellung als königl. sächsischer Hofopernsänger in Dresden, wobei ihm die Gelegenheit gegeben wurde, beim Kammersänger Mieksch den Kunstgesang und beim Hofschauspieler Christ, dessen Tochter er auch später heirathete, Spiel, Mimik und Plastik zu studiren. Bald errang er als lyrischer Sänger durch seine weiche, schmelzende Stimme einen hervorragenden Platz unter den deutschen Tenoristen und galt in Rollen wie Pylades (»Iphigenia«), Max (»Freischütz«), Adolar (»Euryanthe«), Belmonte und Joseph für unübertrefflich. Er starb am 4. Juli 1831 zu Dresden.
5Bergmann, Joseph, Componist, geboren den 26. Juli 1822 in Černochov (Böhmen), wurde von seinem Vater, der daselbst Lehrer war, in den ersten Anfangsgründen der Musik, namentlich in Gesang, Klavier und Violine, unterwiesen, begab sich im J. 1846 zu seiner weiteren Ausbildung nach Prag, wo er unter Anleitung von Jos. Krejčí seine Musikstudien fortsetzte. Im J. 1862 wurde er nach Jungbunzlau als Organist und Chormeister, wo er fördernd wirkte, und im J. 1867 als Chordirector und Gesanglehrer nach Smichov (Prag) berufen, wo er zugleich als Dirigent des Männergesangvereins »Lukes« fungirt. B. hat sich als tüchtiger Componist bewährt. Bei dem Wiener Preisausschreiben für die beste Pianocomposition erhielt er für die Pièce »Chant des Sirènes« (Verlag von GlöggI u. Sohn in Wien) den ersten Preis. Ausserdem erschienen von ihm Transscriptionen über böhmische Nationallieder bei J. Schalek und Christoph u. Kuhe, sechs böhmische Lieder für eine Singstimme (Prag, Ludw. Fleischer), welche den echten Nationalgeist athmen, mehrere Männergesangschöre und eine gediegene, charakteristische Cantate »Pijakovo dědictví« (»Des Trinkers Vermächtniss«) (Prag, bei Christoph u. Kuhe).
7Bergmann, Karl, geboren 1821 zu Ebersbach in Sachsen, erhielt seine erste musikalische Bildung bei Zimmermann in Zittau und studirte später bei Hesse in Breslau Composition. Als gut gebildeter Pianist und Violoncellist ging er 1850 nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, trat im April desselben Jahres in das Orchester der reisenden deutschen Musikgesellschaft »Germania« und wurde wenige Monate darauf einstimmig zum Director dieses Vereins gewählt, welcher Stellung er mit Geschick und Umsicht bis zu der im J. 1854 erfolgten Auflösung der »Germania« vorstand. Seit 1857 lebt er in Newyork als Lehrer und Dirigent des grossen Männergesangvereins »Arion«, dessen Thätigkeit er auf würdige Bahnen leitet, wie die mehrmalige unter seiner Leitung erfolgte Monstreaufführung von C. M. von Weber's »Freischütz« im Theater zu Anfang des Jahres 1870 beweist.
9Bergonzi, Carlo, zu Ende des 17. Jahrhunderts in Cremona geboren, war der trefflichste Schüler des Antonio Stradivari und ein ausgezeichneter Geigenbauer. Seine besten Arbeiten fallen in die Jahre 1716 bis 1755 und die Instrumente aus dieser Zeit kommen in Form und Ton denen seines Meisters am nächsten. Namentlich wurden jedoch seine Violoncells sehr geschätzt und seinen Violinen und Violen fast vorgezogen. — Sein Sohn Michelangelo B. und seine Enkel Carlo und Nicolo B. setzten zwar die Fabrication fort, vermochten sie aber nicht entfernt auf die frühere Höhe zu bringen.
11Bergonzi, Benedetto, aus der Familie der Vorangehenden stammend und zu Cremona 1790 geboren, war ein trefflicher Hornvirtuose und hat auch verschiedene Stücke componirt. Eine Oper von ihm, »Malek Adel«, wurde 1835 nicht ohne Beifall aufgeführt. Er starb in seiner Vaterstadt am 13. Octbr. 1840.
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