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Scan 196
Musikalisches Conversations-Lexikon : eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880
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1spiel mit solcher Vorliebe und solchem Erfolge, dass er allgemein als Wunderkind galt und auch bei Hofe sich öfters hören lassen musste. Bald verlegte er sich auch mit Glück auf das Improvisiren und soll sich in dieser Kunst sogar neben J. N. Hummel behauptet haben. Er studirte nun auch die Musik im Allgemeinen aufs Eifrigste und veröffentlichte mit Glück einige seiner Compositionen. Nach einer ehrenvollen mehr als zwanzigjährigen Thätigkeit im Staatsdienste, während welcher er die Tonkunst nicht vernachlässigt hatte, wie denn ihm hauptsächlich die Entdeckung und Heranbildung des musikalischen Genius Franz Liszt’s zu danken ist, wurde A. am 18. Mai 1831 als k. k. Hofmusikgraf nach Wien berufen, wo er bis zu seinem Tode, am 17. Mai 1845, höchst segensvoll für die Kunst, das Musikleben Oesterreichs, die Heranbildung junger Talente und die Förderung von Kunstschulen wirkte, so dass sein Dahinscheiden tief beklagt und betrauert wurde. Mit ihm erlosch das seit Jahrhunderten berühmte Geschlecht der Amadés im Mannsstamme.
3Amadei, Filippo, ein italienischer Operncomponist von Ruf, wurde im Jahre 1683 zu Reggio geboren und schrieb eine Oper »Teodosio il giovane«, welche 1711 in Rom mit Erfolg zur Aufführung kam. Eine andere, satyrische Oper »Arsace« (denn der Titelheld sollte den Grafen Essex und die Statira des Originals die Königin Elisabeth vorstellen) componirte er in Gemeinschaft mit Orlandini. Mattheson übersetzte den italienischen Text für die deutsche Oper in Hamburg und bezeichnete das Werk als ein sehr habiles. Es gefiel auch bei seinen Aufführungen in Hamburg 1722. Sonstige Nachrichten über A. und seine Werke fehlen gänzlich.
5Amadio, Pippo, ein berühmter Violoncellist und Componist für sein Instrument im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts, von welchem aber kaum mehr als der hochgepriesene Name bekannt ist. Eines seiner Adagios bezeichnete der berühmte Rombert als den »schönsten, tief poetisch empfundenen Morgentraum«. Es soll der Individualität des Violoncells in einer selten-vorzüglichen Weise entsprochen haben.
7Amadori, Giovanni, s. Tedeschi, welcher letztere der eigentliche Name dieses rühmlichst bekannten Sängers ist.
9Amadori, Giuseppe, ein berühmter Tonsetzer der römischen Schule um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts und zugleich ein vortrefflicher Lehrer des Gesanges und der Composition. Auch als Mensch werden ihm von seinen Zeitgenossen die edelsten und liebenswürdigsten Eigenschaften zugeschrieben. Sein Oratorium »Il Martiro di San Adriano« erregte bei seinen Aufführungen in Rom 1702 grosses Aufsehen. Eine seiner Cantaten für Sopran-Solo mit beziffertem Bass befindet sich handschriftlich im fürstlichen Musikarchiv in Sondershausen. Weitere Nachrichten über A. und seine Werke fehlen leider gänzlich.
11Amadri, Michele Angelo, Contrapunktist und Kirchencomponist des 16. Jahrhunderts, welchen M. Prætorius in seinem Syntagma musicum III pag. 7 zu den berühmten Motettencomponisten seiner Zeit zählt.
13Amaducci, Donato, wird ebenfalls als ein namhafter italienischer Kirchencomponist des 17. Jahrhunderts bezeichnet. Ein Theil seiner Werke soll sich handschriftlich im Privatbesitz in Deutschland befinden.
15Amalarius Symphorius, ein hochgelehrter Benedictinermönch und Schüler Alcuin’s um die Wende des 8. und 9. Jahrhunderts, war Director der Palastschule Ludwigs des Frommen, Abt von Hornbach, später Chorbischof der Diöcese Lyon, sodann zu Trier. Von ihm stammt ein Werk »De divinis, seu ecclesiae officiis«, welches u. A. de choro cantorum (cap. 3), de vestimenta cantorum (cap. 4), de officio lectoris et cantoris (cap. 14) handelt. Dasselbe wurde 820 und 827 veröffentlicht und durch einen Anhang »De ordine Antiphonarii«, in welchem A., zurückgekehrt von einer Reise nach Rom, den römischen mit dem gallicanischen Ritus zu vereinigen bemüht ist, vermehrt. Beide Werke, Ludwig dem Frommen gewidmet, befinden sich im Manuscript in der Bibliotheca patrum zu Lyon. A. starb um 840, wahrscheinlich zu Trier.
17Amalia. 1) Anna A., Prinzessin von Preussen, Schwester König Friedrichs des Grossen, ist am 9. November 1723 zu Berlin geboren, wurde 1744 zur Coadjutorin des Stiftes Quedlinburg gewählt, am 16. Juli 1755 fürstliche Aebtissin daselbst und starb am 30. März 1787 zu Berlin. Sie verband nach der Ansicht ihrer Zeitgenossen
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