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Scan 422
Musikalisches Conversations-Lexikon : eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880
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1und welche 1770 in Mailand und Florenz, 1772 in Wien durch ihre vollendet schöne Coloratur Aufsehen erregte, ferner Giovanna B., welche eben so wie Vincenza B. nur in Italien, namentlich in Mailand und Florenz, aufgetreten zu sein scheint, endlich Rosina B., welche 1770 in Wien und 1780 in Paris sang. Ein anderer Künstler gleichen Namens, wahrscheinlich ein Sprössling aus dieser Familie, lebte zu Mailand und veröffentlichte Violinstücke und zwei Hefte Singübungen (Mailand, Ricordi).
3Baglivi, Giorgio, berühmter Arzt und Professor der Musik zu Rom, geboren zu Ragusa 1613 und gestorben zu Rom in hohem Ansehen 1706. Von ihm eine wichtige musikalisch-heilwissenschaftliche Schrift, betitelt: »Dissertazione sugli effetti della musica nelle maladie occaggionate dalla morsicatura della tarantola« (Rom, 1696).
5Bagni, Benedetto, italienischer Kirchenkomponist aus der Wende des 16. und 17. Jahrhunderts, welcher aus Ferrara stammte. Von ihm: »Motetti a otto voci lib. I« (Venedig, 1608).
7Bagnoli, Alessandro, ein römischer Gelehrter, welcher u. A. eine Streitschrift gegen Raphael Rabbenius schrieb, betitelt: »Raggionamento in difesa delle osservazioni del Sig. Ottavio Maranta, contra l’antologia del Sig. Fabio Carsellini« (Rom, 1713).
9Bahlke, Hermann, geboren 16. Octbr. 1823 zu Berlin, Schüler des Kapellmeisters Möser, trat 1838 als Accessist, sodann als königl. Kammermusicus in die königl. Kapelle zu Berlin und wurde im J. 1853 zum Ballet-Correpetitor ernannt.
11Bai, Tommaso, geboren zu Crevalcore bei Bologna um das J. 1650, kam als Tenorsänger an die vaticanische Hauptkirche zu Rom, wo er sich durch vollendete Bildung in der Composition, wie in der Direction, vor allen Mitgliedern dieser Kapelle so auszeichnete, dass er am 19. Novbr. 1713 zum Amtsnachfolger Paolo Lorenzani’s (gestorben 29. Octbr. 1713) ernannt und dadurch zum Kapellmeister an der St. Peterskirche erhoben wurde, ein Amt, welches er nur ein Jahr inne hatte, indem er am 22. Decbr. 1714 bereits starb. Hochberühmt wurde er durch sein »Miserere«, welches abwechselnd mit dem Miserere von Allegri am Charfreitag in der sixtinischen Kapelle zu Rom aufgeführt wird. Der Plan beider Werke ist ein gleicher: die Stimmen vertheilen sich auf zwei Chöre und vereinigen sich gegen Ende zu einem achtstimmigen Gesammtchor. Doch unterscheidet sich das erstere von dem letzteren durch eine reichere rhythmische und modulatorische Gestaltung, so wie dadurch, dass jede Strophe anders componirt auftritt. Einfachheit und Erhabenheit der Melodie, Beachtung der Prosodie und richtige Accentuirung der Worte sind die Eigenschaften der B.’schen Composition, sodass durch diese Schöpfung allein schon der Ruhm des Meisters für immer gesichert ist, obgleich aus verschiedenen anderen, bis jetzt nur handschriftlich vorhandenen Compositionen ebenfalls die hohe Gediegenheit seiner in alle Geheimnisse der alten Schule eingeweihten Kunst unabweislich hervorgeht.
13Bajetti, Giovanni, Musikdirector an dem Teatro della Scala zu Mailand, hat sich einen Ruf als Componist von Balletmusiken erworben. Von Opernpartituren aus seiner Feder kennt man: »Gonsalvo« (1841) und »L’assedio di Brescia« (1844).
15Baif, Jean Antoine de, geboren zu Venedig im J. 1532, kam an den französischen Hof Karls IX., dessen Kammersecretär er wurde, und erwarb sich um den Sinn und die Pflege der Musik bei Hofe grosse Verdienste. Er veranstaltete Conzerte in seinem Hause, welche der Sammelpunkt der höchsten französischen Aristokratie wurden, und errichtete im J. 1570 eine Akademie für Poesie und Musik, das erste derartige Institut in Frankreich. Ausser verschiedenen Elegien, Oden, Chansons u. s. w. erschienen von ihm folgende Werke: »Instruction pour toute musique des huit divers tons, en tablature de luth« (Paris, 1576), ferner »Instruction pour apprendre la tablature de guiterne (guitarre)«, sodann »12 chansons spirituelles« (Paris, 1562) und zwei Hefte »Chansons à quatre parties« (Paris, 1578 und 1580). B. starb am 19. Septbr. 1580 zu Paris in unverdienter Dürftigkeit und Vergessenheit.
17Bailey, Anselm, ein englischer Musiker und Gesanglehrer zu Ausgang des 18. Jahrhunderts, veröffentlichte: »A practical Treatise on Singing and Playing with just Expression and real Elegance« (London, 1771).
19Bailleux, Antoine, Musiklehrer und Musikalienhändler zu Paris, machte sich als Componist vieler Sinfonien, so wie durch eine Gesangsmethode (1760), eine Violin-
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