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Musikalisches Conversations-Lexikon : Ergänzungsband, 1883
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1R.
3Rabaud, Hippolyte François, ausgezeichneter Violoncellist, ist am 29. Januar 1839 zu Sallèles d’Aude geboren, war Schüler von Franchomme am Pariser Conservatorium, das er, durch Preise ausgezeichnet, 1861 verliess. R. ist Solo-Violoncellist an der Oper und Mitglied der Concertgesellschaft des Conservatoriums. In Gemeinschaft mit Tandou, Desjardins und Lefort veranstaltet er ausgezeichnete Quartett-Soiréen in Paris. Er gab eine gute Schule für Violoncell und mehrere Genrestücke für sein Instrument heraus.
5Rabboni, Giuseppe, Flötenvirtuos von Ruf in Italien und Componist für sein Instrument, ist zu Cremona am 16. Juli 1800 geboren und wurde bereits 1808 als Schüler im Mailänder Conservatorium aufgenommen, wo er im Flötenspiel ein Schüler Buccinellis wurde. 1827, nach dem Tode dieses Lehrers, nahm er dessen Stelle ein. R. verblieb in derselben dreissig Jahre lang, bis zu seinem Tode am 10. Juni 1856. Er war erster Flötist am Theater la Scala, was ihn nicht verhinderte, in den Städten Italiens und anderen Ländern vielfach in Concerten, meistens in Gemeinschaft mit dem Clarinettisten Ernesto Cavallini aufzutreten. Seine Compositionen für die Flöte erreichen die Opuszahl 67. Es sind Divertissements, Fantasien u. dgl. für eine oder zwei Flöten, die in Italien zum Theil viel Anklang fanden.
7Radau, R., französischer Physiker, veröffentlichte: »l’Acoustique ou les Phénomènes du son« (Paris, Hachette, 1867, in 12, mit 114 Abbildungen) und »Sur la base scientifique de la musique, analyse des recherches de M. Helmholtz« (Paris, 1865, in 8°), erschien zuerst im Moniteur scientifique Quesneville.
9Radoux, Jean Toussaint, belgischer Musiker, geboren zu Lüttich am 4. September 1825, ist ausgezeichnet als Hornbläser und Lehrer des Instrumentes. Er ist als solcher und als Lehrer des Gesanges am Conservatorium in Lüttich thätig und zugleich Direktor des berühmten Chorvereins »La Legia« und Kapellmeister am Collegium St. Servais. Von seinen Compositionen sind zu nennen: Ein grosses Te Deum mit Orchester, wiederholt in Lüttich aufgeführt; »Marie de Brabant«, lyrische Episode; »Le Réveil des Turcs«, Cantate; »Cantate patriotique«; »La Patrie et le roi«, Cantate; Chöre und religiöse Gesänge, darunter »41 Mélodies religieuses« (Liège, Muraille); weltliche Gesänge, Harmoniemusik. R. erhielt 1875 den Leopoldorden.
11Radoux, Jean Theodore, Bruder des Vorigen, ausgezeichneter belgischer Componist, ist zu Lüttich am 9. November 1835 geboren. Die erste musikalische Unterweisung erhielt er vom Vater und vom neunten Jahre an besuchte er das Conservatorium in seiner Vaterstadt, wo er in kurzer Zeit den ersten Preis für Solfeggien erhielt. Einige Jahre später wurde er in die Classe für Fagott von Bacha aufgenommen und erwarb auch hier dieselbe Auszeichnung. 1856, als sein Lehrer starb, beteiligte er sich an der Concurrenz um die erledigte Stelle, und trug auch hier den Sieg davon. Nachdem er auch im Clavierspiel den ersten Preis erhalten hatte, wurde er in die Compositionscasse von Daussoigne-Méhul aufgenommen, dessen Lieblingsschüler er wurde. 1857 bereits gelangte ein Te Deum in Lüttich zur Aufführung, und 1859 wurde seine Schülerlaufbahn durch den grossen Römerpreis, um den er in Brüssel konkurrierte, gekrönt und zwar mit Einstimmigkeit, der erste Fall seit 1840, der Gründung dieses Concurses. Bis hierher hatte R., neben seinen Studien zugleich, für die Existenz der Familie auf den Wunsch des Vaters mitsorgen müssen, was er denn durch seine Mitwirkung bei der Musik in Kirchen, auf Bällen und bei Processionen und durch Unterrichtgeben erzielte. Als er den grossen Preis erhalten, ging er nach Paris, nachdem zuvor noch eine sinfonische Dichtung »Ahasver« in Lüttich aufgeführt worden war. Das Werk, unter dem Einfluss der neuen Richtung entstanden, wurde von der Kritik ziemlich ablehnend
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