Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 263

Musikhistorisches museum von wilhelm heyer, 1910

19 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 255. See the scan on archive.org.

1der dortigen Hauptorgel vornahm. 1598 oder 1599 erhielt er die Aufsicht über die Orgeln der Bavo-Kirche und 1617 dieselbe Funktion an der Jakobskirche; doch ist nicht festgestellt, ob es sich hierbei um ihn oder seinen gleichnamigen Sohn (Hans Ruckers d. Jüng.) handele. Dieselbe Ungewißheit herrscht betreffs seines Todesjahres, das als 1642 überliefert ist. Er müßte demnach ein Alter von neunzig Jahren erreicht haben; wahrscheinlich ist er aber bereits um 1620 gestorben,1) zumal die letzten seiner Instrumente dem Jahre 1614 angehören, und 1642 ist das Todesjahr seines Sohnes Hans (Johannes).
3Hans Ruckers d. Aelt. hatte vier Söhne: Franz, getauft am 28. März 1576, Hans, getauft am 15. Januar 1578, Andreas, getauft am 30. August 1579 und Anton, getauft am 9. April 1581. Die beiden mittleren der vier Brüder, Hans und Andreas, erwiesen sich als würdige Schüler ihres großen Vaters; Franz und Anton scheinen andere Berufe ergriffen zu haben.
5Den Ruhm als Erfinder des Claviorganum und einiger wichtiger Verbesserungen im Clavecinbau (Anbringung von Registerzügen und eines zweiten Manuals und Einführung des 4'-Saitenchors u. a.) hat die Forschung Hans R. d. Aelt. wieder aberkennen müssen;2) immerhin ist er der erste Meister, der diese Errungenschaften in seinen Flügeln vereinigte und dessen Instrumente dadurch für seine Söhne und das ganze folgende Jahrhundert vorbildlich wirkten.
7In der „Encyclopédie méthodique“ (Paris 1782—1832) sagt Hüllmandel (Tome I, p. 286) über ihn: „Was diesen geschickten Klavierbauer aber vor allem ausgezeichnet hat, ist die Güte, der volle und gleichmäßige Ton seiner Clavecins, den er erreichte durch glücklich gewählte Proportionen, durch die äußerste Sorgfalt in der Auswahl des Holzes für den Resonanzboden, durch die Achtsamkeit, mit der er die Fasern des Holzes für diese Boden aneinanderfügte, damit die Schwingungen durch nichts unterbrochen wurden und durch die Abstufung in ihrer Stärke, welche der verschiedenen Anzahl der Schwingungen für die hohen und tiefen Töne entsprach.“3)
9Die Ruckers benutzten zur Signierung ihrer Instrumente charakteristische Marken aus Metallguß, die sie als Rosetten in den Schalllöchern der bemalten Resonanzböden befestigten. Diese Marken stellen eine harfenspielende Engelsgestalt mit den Initialen des Erbauers dar; Hans des Aelt. Signum zeigt den Engel in halb kniender, nach links gewendeter Stellung auf einem Fels oder einer Wiese und die Initialen „HR“. Sein gleichnamiger Sohn pflegte zur Unterscheidung die Initialen „JR“ (Johannes Ruckers) zu benutzen.4)
11Vgl. Burbure, Léon de, „Recherches sur les facteurs de clavecins et les luthiers d’Anvers“, Bruxelles 1863; van der Straeten, Edmond, „La musique aux Pays-Bas avant le XIXe siècle“, Bruxelles 1867—1887: Tome I (1867) et III (1875); Hipkins, A. J., Artikel „Ruckers“ in Groves „Dictionary…“, vol. IV (London 1908), p. 180—189.
13Von Hans Ruckers d. Aelt. sind noch nahezu zwanzig Instrumente nachweisbar — ein Beweis, daß sich ihre Wertschätzung drei Jahrhunderte hindurch unvermindert erhalten hat, wenn sie auch im 18. Jahrhundert mannigfachen Umarbeitungen durch Vergrößerung ihres Umfangs („mis en ravalement“; vgl. Seite 99 des Katalogs) und Anbringung anderer Verbesserungen unterzogen wurden. Sie gehören den Jahren
151) Die neuerdings von E. Closson vertretene Ansicht, bereits 1598 als Todesjahr anzunehmen, ist mit der Tatsache unvereinbar, daß in dem (signierten) kleinen Virginal 1610 des Pariser Conservatoire zweifellos eine Arbeit Hans R. d. Aelt. vorliegt. (Vgl. S. 60 des vorliegenden Katalogs.)
162) Vgl. hierüber S. 200 (Claviorganum) und S. 84 (Clavicytherium) des vorliegenden Katalogs.
173) Uebersetzung nach Krebs, „Die besaiteten Klavierinstrumente…“, S. 121.
184) Lithographische Abbildungen in Originalgröße enthält der dritte Band von van der Straetens „La musique aux Pays-Bas“ (s. o.).

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