Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 175

Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907

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1Belgien und Holland.
3Welch' hohen Stand der Entwicklung die Künste einst in den reichen Niederlanden einnahmen, ist allbekannt. Es genügt, die Erinnerung an die großen Kontrapunktiker des XV. und XVI. Jahrhunderts, an Dufay, Okeghem, Josquin de Près und Ducis wachzurufen, um zu zeigen, daß auch die Musik hier frühe schon an führender Stelle stand. Der Blüte vokaler Kunst folgte der Aufschwung der instrumentalen, und der Instrumentenbau gewann rasch an Bedeutung; manche uns erhalten gebliebene Meisterwerke spätmittelalterlicher Kunst bezeugen es. — Ziemlich lange hält in den Niederlanden dann der Violentyp vor, und verhältnismäßig spät setzt sich hier die völlige Herrschaft der geigenartigen Instrumente durch. Zunächst sind es die Brescianer Meister, die vorbildlich werden, dann die Amati, deren Modell die meisten Nachahmer findet. Späterhin steht der westliche Teil des Landes, etwa das heutige Belgien, stärker unter französischem Einfluß; der germanische Teil schließt sich mehr der deutschen Kunstrichtung an. Die niederdeutschen Meister des XVIII. Jahrhunderts haben vielfach nach Stainer-schem Vorbild gebaut oder doch das hochgewölbte Amati-modell bevorzugt. Flachere Formen finden wir mehr bei den Flamändern, bei denen auch französische Geigenbauer sich niedergelassen hatten. Bei den niederdeutschen Instrumenten sind Einlagen von Fischbein nicht selten. Beim Lack werden von ihnen gelbliche oder bräunliche Töne bevorzugt; die Belgier lieben im allgemeinen mehr rötliche Färbungen.
5Die belgischen und holländischen Geigenbauer haben manches höchst Anerkennenswerte hinterlassen, Instrumente ersten Ranges jedoch nicht. Demzufolge werden ihre Arbeiten sich meist in der Preislage von einigen Hundert Mark bewegen und nur in seltenen Fällen den Wert von 1000 Mk. übersteigen.

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