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Scan 47
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
71 lines. Read by computer on 25 September 2026. Printed page 43. See the scan on archive.org.
1Formen und verbesserte die Stärkeverhältnisse der Instrumente. Seit etwa 1640 versah er seine Arbeiten mit eigenen Zetteln. Die vollendetsten Typen stammen aus den Jahren 1660—1684.
3Nicola Amati baute Geigen von zweierlei Patron*). Das große mit den stark hervortretenden Ecken ist das weitaus bevorzugtere. Die Zargen machte er höher, als die Brüder Amati, die Wölbung nahm er mäßig hoch bei starker Hohlkehle, die Schnecke ist nicht groß, doch schön in der Zeichnung. ff-Löcher von vollendetem Schnitt und etwas länger, als bei den Instrumenten der Brüder Amati. Die Wahl des Holzes ist vorzüglich, der Lack durchsichtig goldgelb, bernsteinfarben bis zartrot, jede Nuance des Holzes hervortreten lassend und von großer Schönheit, wenn auch weniger dauerhaft, als derjenige der beiden Brüder. Sorgfältigste Arbeit. Ton stärker, ausgiebiger, als bei den Instrumenten der früheren Amati, doch ähnlich im Klangcharakter, süß und gebunden. Seine Geigen, einst neben denen Stainers die gesuchtesten, entsprechen jedoch nur in seltensten Fällen den Ansprüchen, die heute Solisten an Konzertinstrumente stellen. Die Violinen sind Kammermusikinstrumente ersten Ranges, die Violoncelli aber gesuchte Soloinstrumente. — Es existieren Fälschungen in großer Menge, resp. sind Instrumente „Kleiner Meister“ mit Amati-Zetteln versehen worden.
5Nicolaus Amatus Cremonen. Hieronymi
6Fil. ac Antonij Nepos Fecit 16…
7Nicolaus Amatus Cremoneñ. Hieronymi Fil., ac Antonij Nepos Fecit.
9Der Preis dieser Instrumente ist nicht im gleichen Maße gestiegen, wie derjenige der flacher gebauten von Stradivari, Jos. Guarneri, Guadagnini u. a., obgleich „Nicolaus Amati“ zeitweilig höher bewertet wurde, als jene Meister. Heute erreichen seine Violinen kleineren Formats nur etwa 3000—5000 M., die großen etwa 8000, event. etwas mehr — in Ausnahmefällen bis 12 000 M. Schöne Violoncelli dürften dagegen auf mindestens 15 000—25 000 M. zu schätzen sein. (1799 verkaufte W. Forster in London ein Violoncello von Nic. Amati mit Bogen und Kasten für ca. 360 M., 1804 eine Violine für ca. 650 M. Das Soloinstrument des be-
11*) Maße von Instrumenten des Nicola Amati:
13<table>
14 <tr>
15 <th></th>
16 <th>Länge</th>
17 <th>Breite oben</th>
18 <th>Breite unten</th>
19 <th>Oberzarge</th>
20 <th>Unterzarge</th>
21 </tr>
22 <tr>
23 <td>Violine a. d. J. 1648 (groß)</td>
24 <td>mm 355</td>
25 <td>172</td>
26 <td>210</td>
27 <td>28</td>
28 <td>29 1/2</td>
29 </tr>
30 <tr>
31 <td>„ 1658 (groß)</td>
32 <td>355</td>
33 <td>168</td>
34 <td>208</td>
35 <td>29 1/2</td>
36 <td>29 1/2</td>
37 </tr>
38 <tr>
39 <td>„ 1663 (groß)</td>
40 <td>358</td>
41 <td>172</td>
42 <td>214</td>
43 <td>26 1/2</td>
44 <td>28</td>
45 </tr>
46 <tr>
47 <td>„ (mittel)</td>
48 <td>354</td>
49 <td>165</td>
50 <td>204</td>
51 <td>30</td>
52 <td>30</td>
53 </tr>
54 <tr>
55 <td>„ (klein)</td>
56 <td>352</td>
57 <td>162</td>
58 <td>202</td>
59 <td>28 1/2</td>
60 <td>29 1/2</td>
61 </tr>
62 <tr>
63 <td>Violoncello</td>
64 <td>783</td>
65 <td>368</td>
66 <td>474</td>
67 <td>114</td>
68 <td>118</td>
69 </tr>
70</table>
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.