Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 75

Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907

63 lines. Read by computer on 25 September 2026. Printed page 71. See the scan on archive.org.

1Maggini, Gian Paolo. Brescia, 1580 bis c. 1630. Was Gasparo da Salò begonnen, führte Maggini weiter aus. Er ist der größte Meister der Brescianer Schule, und was er schuf, ist in der Ausführung und hinsichtlich des Klanges den meisten Werken seiner Zeitgenossen weit überlegen und den Anforderungen damaliger Tonkunst durchaus entsprechend. — Meist großes Patron*), breite rundliche Form, Ecken kurz, nur geringe Wölbung, Zargen niedrig. (Ähnliche Höhenverhältnisse und Maße findet man später bei den Violinen des Joseph Guarneri del Gesù.) Kleine Schnecke, doch oft in doppelter Windung, Deckenholz mit auffallend gleichmäßigen Jahren, Einlagen vielfach doppelt und in Verzierungen auslaufend, ff-Löcher sorgfältiger gezeichnet, als bei Gaspar da Salò, etwas steil, lang und offen, obere und untere Punkte fast gleich groß. Lack entweder braun, ziemlich stark aufgetragen, zart anzufühlen, schmiegsam und trotzdem haltbar — oder gelblich und dünn, mehr in der Art des Spirituslackes und vergänglich. Ton ernst und groß, zumal auf der G-Saite (Alt-Charakter). Violinen, Violen und Violoncelli von hohem Wert und sehr selten. Es gibt unzählige Nachahmungen, teilweise schon von alten Brescianer Geigenbauern stammend. Magginis Name gehört zu jenen, welche überall und jederzeit am meisten mißbraucht wurden.
3Gio. Paolo Maggini, in Brescia (stets ohne Jahreszahl!)
5Wert: Die Geigen Magginis wurden noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts mit etwa 200 M. bezahlt. Durch den Virtuosen de Bériot, der eine „Maggini“ spielte, ward das Interesse für diese Instrumente angeregt und ihr Preis stieg bald auf c. 2000 M. Jetzt dürfte er für wirklich schöne Exemplare etwa 5000–10 000 M. betragen. Die de Bériotsche Maggini wurde sogar für 12 000 M. an den Prinzen v. Chimay verkauft.
7Maggini, Pietro Santo. Brescia, * c. 1620, † c. 1685. Wohl ein Sohn des Gian Paolo Maggini; sehr tüchtiger Meister. Sorgfältige Arbeit, süßer Ton, Lack noch durchscheinender, doch spröder und weniger haltbar, als der von G. P. Maggini verwendete. Oft doppelte Einlagen und Verzierungen. Ganz besonders seine Bässe sind geschätzt.
9Pietro Maggini in Brescia. Wert: bis einige 1000 M.
11*) Maße von Instrumenten des P. Maggini:
13<table>
14 <tr>
15 <th></th>
16 <th>Länge</th>
17 <th>Breite oben</th>
18 <th>Breite unten</th>
19 <th>Oberzarge</th>
20 <th>Unterzarge</th>
21 </tr>
22 <tr>
23 <td>Violine (groß)</td>
24 <td>mm 366</td>
25 <td>178</td>
26 <td>218</td>
27 <td>28</td>
28 <td>28</td>
29 </tr>
30 <tr>
31 <td>„ (klein)</td>
32 <td>362</td>
33 <td>168</td>
34 <td>211</td>
35 <td>28</td>
36 <td>28</td>
37 </tr>
38 <tr>
39 <td>„ „</td>
40 <td>360</td>
41 <td>168</td>
42 <td>208</td>
43 <td>26</td>
44 <td>28</td>
45 </tr>
46 <tr>
47 <td>Viola</td>
48 <td>432</td>
49 <td>208</td>
50 <td>248</td>
51 <td>36</td>
52 <td>36</td>
53 </tr>
54 <tr>
55 <td>Violoncello</td>
56 <td>754</td>
57 <td>360</td>
58 <td>465</td>
59 <td>112</td>
60 <td>112</td>
61 </tr>
62</table>

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.