Books › Cremona: eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1877 › scan 25
Scan 25
Cremona: eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1877
8 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 10. See the scan on archive.org.
1Pfund Sterling und 17 Schillinge, zu welchem Preise der Verkäufer ein von ihm selbst gebautes Cello nicht abgegeben haben würde. Indess verschloss man sich nicht lange mehr den Vorzügen der italienischen Instrumente, es stieg ihr Preis bald auf das Drei- und Vierfache. Die Circulation der cremoneser Geigen führte zu vergleichenden Beobachtungen ihrer verschiedenen Formen und Wölbungen, wobei man dem flacheren Modell den Vorzug zuerkennen musste. Bisher hatte man noch keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Amati gemacht; ob Andreas, Hieronymus und Antonius oder Nicolas, war im Preise unberücksichtigt geblieben; jetzt aber schenkte man den Werken des Nicolas Amati grössere Aufmerksamkeit und bezahlte gern für eine flacher gewölbte Geige des Letzteren den doppelten Preis. Nachdem sich der Geschmack für die flachere Form entwickelt hatte, kam nach und nach auch Stradivarius zu Ehren. Wie blind man bis dahin für den Werth seiner Erzeugnisse war, geht daraus hervor, dass es dem Cellisten Cervetto nicht gelang sein schönes Stradivari-Cello zu 5 Pfund Sterling zu verkaufen.
3Zunächst waren es die Solospieler, die sich in den Besitz der Stradivari-Geigen zu bringen suchten, so Boccherini, Viotti, Rode, Kreutzer, Habeneck, Mazas, Lafont und Baillot und nun stieg ihr Ruhm von Tag zu Tag.
5Der Name Joseph Guarnerius war bis 1820 nicht über die Grenzen seines Vaterlandes gedrungen. Da erschien der die Musikwelt in Erstaunen setzende Paganini mit einer wundervollen Geige von Joseph Guarnerius del Gesù vom Jahr 1743, welche seit dem Tode des Virtuosen (24. Mai 1840) im Museum zu Genua schläft.
7Ein französischer Kaufmann, Mr. Livron, hatte Paganini diese Geige geliehen, um sie Abends in einem Conzerte zu spielen. Als der Künstler geendet hatte und sie zurückgeben wollte, rief Livron aus: »Nie werde ich die Saiten entweihen, die Ihre Finger berührt haben; das Instrument gehört Ihnen!«
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.