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Scan 77
Cremona: eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1877
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1gleichen deren selbstständig verfertigte Werke in vielen Dingen nicht den Instrumenten des Meisters von 1725 bis 1736, jedenfalls hat er sie also in der Hauptsache mit eigener Hand gemacht.
3Der Lack dieser letzteren Instrumente ist braun und weniger durchsichtig als der frühere; eine kleine Zahl trägt die Bezeichnung: »sub disciplina, oder Sotto la disciplina di Ant. Stradivarius. Cremona«, woraus erhellt, dass er streng darauf hielt, nur dasjenige mit seinem Namen zu bezeichnen, was er selbst gemacht hatte, wogegen er die letztgewählte Bezeichnung denjenigen Instrumenten zufügte, welche von seinen Gehülfen unter seiner Aufsicht verfertigt wurden.
5Die wenigen Bratschen machen nicht alle die Wandlungen mit, wie die Geigen, sie haben ein grosses Patron und sind unübertroffen in jeder Beziehung. Die Violoncelli wurden in zwei Grössen hergestellt. Der Virtuose Servais besass eins von der grossen Sorte, was sich durch gewaltige Tonkraft und Schönheit auszeichnete. Violoncelli kleineren Formats scheinen in grösserer Anzahl vorhanden zu sein; alle aber sind unerreicht in jeder Beziehung.
7Nach dem Tode des Stradivarius fanden sich eine Menge unvollendeter Instrumente vor. Diese sind mit ächten Zetteln versehen in den Handel gekommen und verursachen fortwährend eine grosse Confusion bei denen, welche sie zu beurtheilen haben.
9190. Stradivarius, Francesco, (Cremona 1725—1743).
11FRANCESCUS STRADIVARIUS CREMONENSIS
12FILIUS ANTONII FACIEBAT ANNO 17—
14Sohn des Antonius, arbeitete mehrere Jahre mit seinem Bruder Omobono zusammen. Obgleich die Meisterhand nicht zu verkennen ist, so bleibt sie doch hinter der des Vaters zurück. Es ist unbegreiflich, warum er sich nicht an dem Modell des Vaters hielt. Er wählte ein Originalpatron mit kühnen aber rohgezeichneten Umrissen.
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