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Scan 110
Cremona. Eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1919
8 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 72. See the scan on archive.org.
1einem Stück nach dem Spiegel geschnitten. Die Violine, die einst im Besitze von Pugnani, Lehrer von Paganini, und später in den Händen von Nic. Lupot & Gand in Paris war, die sogenannte Pugnani-Violine, wurde auf der Weltausstellung in Chicago 1893 preisgekrönt. Ein ausgezeichnetes Instrument G.'s spielte der Konzertmeister im Gewandhaus-Orchester Leipzig, Ferdinand David, jetzt ist es im Besitze von Albert Payne in Leipzig. Die „Teufels-Geige“ von 1734, so genannt, weil sie in einer Oper dieses Namens von Saint Léon in Paris gespielt wurde, stellte Mrs. Fleury 1872 im South Kensington Museum in London aus.
3Eine der schönsten Guarneri-Bratschen, einst im Besitze von Dragonetti, gehört jetzt dem Prinzen Albert von England.
5GUARNERI, Pietro II, Mantua und Venedig. * 14. IV. 1695 in Cremona, † nach 1760 in Venedig. Sohn von Joseph filius Andreae, also der Sohn von Giuseppe Giovanni, des Sohnes von Andreas. Er arbeitete meist nach dem Modell seines Onkels Pietro, bei welchem er auch zu Mantua in der Lehre war. Seine Arbeit ist gut und wohl des Namens Guarnerius würdig. Der Lack ist aber minder durchsichtig, und die Schnecke erscheint in ihrer Ausführung weniger schwungvoll als bei seinem Onkel. Nach Fétis hat dieser Meister von 1735—1760 in Venedig gearbeitet, während Piccolellis seine Existenz als Geigenbauer bezweifelt. Vidal führt das feine Cello im Besitz von M. L. Depret an, welches „un vernis admirable rose à fond d'or ambré“ (bewunderungswürdigen Lack von goldbernsteinfarbigem Grund) hat, ferner einen Zettel: Petrus Guarnerius filius Joseph Cremonensis fecit anno 1739 Venetiis, auch eine andere Zettelinschrift von 1755. Nach Piccolellis wird Pietro, der Sohn Giuseppes, häufig mit Pietro, dem Sohne Lorenzos, verwechselt, weil die Kirchenbehörde fälschlich Lorenzo statt Andrea eingetragen hat. Er wohnte von 1720—1740 in Mantua, dann in Venedig, wo es ihm schlecht ergangen sein soll.
7Seine Violinen und Violoncelli sind schön gebaut, seine Modelle gut ausgeführt, die f-Löcher ausgezeichnet geschwungen, der Firnis hellgelb. Eine ausgezeichnete Violine
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