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Scan 12
Cremona. Eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1919
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1wird aber in der Einführung des Griffbrettes bestanden haben, dass der videle fehlte, während der alte Fidelbogen auch für die Geige fortdienen konnte. — Wie übrigens die Geige die ältere Fidel endlich verdrängte, dass sie ausser dem Gebrauch bei Dichtern nun höchstens als Strohfidel noch lebt, so ward die Geige seit dem 16. und 17. Jahrhundert aus Italien her von der Violine, ursprünglich viole, bedrängt und zum Teil verdrängt.
3Zu Anfang des 16. Jahrhunderts gab es nach Virdungs und Agricolas Mitteilungen folgende Streichinstrumente:
51. „Grosse Geigen“ mit 5 resp. 6 Saiten
6 mit Bünden, ohne Steg und Befestigung der Saiten am sog. Querriegel als Ersatz für den Saitenhalter, welche teils nach Art unserer heutigen Violine, teils wie die Violoncelli oder Contrabässe gehandhabt wurden; sie hatten, wenn auch erst in primitiver Weise, unbeholfen und stumpf, schon annähernd die Form dieser Tonwerkzeuge.
82. „Grosse oder kleine Geigen“ mit 4 Saiten
9 mit Bünden, ohne Steg und Befestigung der Saiten am sog. Querriegel als Ersatz für den Saitenhalter, welche teils nach Art unserer heutigen Violine, teils wie die Violoncelli oder Contrabässe gehandhabt wurden; sie hatten, wenn auch erst in primitiver Weise, unbeholfen und stumpf, schon annähernd die Form dieser Tonwerkzeuge.
113. „Kleine Geigen“ mit 3 Saiten
12 mit Bünden, ohne Steg und Befestigung der Saiten am sog. Querriegel als Ersatz für den Saitenhalter, welche teils nach Art unserer heutigen Violine, teils wie die Violoncelli oder Contrabässe gehandhabt wurden; sie hatten, wenn auch erst in primitiver Weise, unbeholfen und stumpf, schon annähernd die Form dieser Tonwerkzeuge.
144. „Kleine Geigen“ mit 3 Saiten ohne Bünde mit Steg und Saitenhalter, von mandolinenartiger Form.
16Von weiter entwickelten Streichinstrumenten geben Abbildungen Hans Judenkunig aus Schwäbisch-Gmünd „Ain schone kunstliche underweisung … auf der Lautten und Geygen etc.“ (Wien, 1523), Hans Gerle „Musica Teusch auf die Instrumente der grossen und kleynen Geygen auch Lautten etc.“ (Nürnberg, 1532, enthält eine Anweisung für das Violinspiel. 2. Aufl. 1537; 3. Aufl. 1546) und Silvestro Ganassi (genannt del Fontego) „Anweisung für das Spiel der Viola und der Kontrabassviola in 2 Teilen“ (Venedig, 1542—43). Sie hiessen in Deutschland gleichfalls Geigen, in Italien Violen, doch wurde der Name im Laufe des 17. Jahrhunderts auch hier heimisch. Fétis berichtet über eine von Giovanni Kerlino in Brescia (vermutlich deutscher Abstammung) 1449 gebaute, stark gewölbte Viola; auch des deutschen Lautenmachers Laux (Lucas) Mahler, 1500—1528 in Bologna, des Stradivari der Laute, sei gedacht. Der Bau von Saiteninstrumenten war überhaupt in Oberitalien im Schwunge.
18Im Verlaufe, besonders der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vermanigfältigte sich die Viola. In J.B.T. Wecker-
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