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Scan 44
Cremona. Eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1919
13 lines. Read by computer on 3 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 8. See the scan on archive.org.
1Modell des Vaters, wählten etwas flachere Wölbungen und die Instrumente gewannen bedeutend an Tonfülle. Obgleich sie ihre Namen vereint in die Instrumente setzten, bezeugen doch nur wenige die gemeinschaftliche Arbeit; der Jüngere war dem Älteren überlegen. Diese Ansicht stimmt nicht mit der von Fétis überein, der sagt, dass Hieronymus der weniger Tüchtige war. Antonius wich nicht weit von den Prinzipien seines Vaters ab; an den f-Löchern änderte er nur wenig, übrigens war seine Arbeit ausgezeichnet sauber. Er zeichnete: Antonius Amati Cremonensis Fecit Anno Domini nostri 16—. one of two readings
2Modell des Vaters, wählten etwas flachere Wölbungen und die Instrumente gewannen bedeutend an Tonfülle. Obgleich sie ihre Namen vereint in die Instrumente setzten, bezeugen doch nur wenige die gemeinschaftliche Arbeit; der Jüngere war dem Älteren überlegen. Diese Ansicht stimmt nicht mit der von Fétis überein, der sagt, dass Hieronymus der weniger Tüchtige war. Antonius wich nicht weit von den Prinzipien seines Vaters ab; an den f-Löchern änderte er nur wenig, übrigens war seine Arbeit ausgezeichnet sauber. Er zeichnete: Antonius Amati Cremonensis Fecit Anno Domini nostri 16— one of two readings
4Hieronymus dagegen besass mehr das Zeug zum Künstler; er schuf neue Formen, die f-Löcher sind enger und haben einen eleganten Zuschnitt. Auch in der Schneckenform weichen beide Brüder von einander ab. Die des Hieronymus hat mehr Schwung. Der Lack, hell orange, ist bei den früheren Instrumenten dunkler als bei den späteren; er ist sehr dünn aufgetragen und hat ein Feuer und eine Durchsichtigkeit, die das vortrefflich gewählte Holz nur um so schöner erscheinen lässt.
6Eine Violine von Antonius und Hieronymus Fr. Amati Cremonen. Andreæ fil. F. 1625 gehört Fürst Moritz Lobkowitz, Raudnitz bei Leitmeritz. Ein tadellos konserviertes Violoncello, sehr stark im Holz und mit schönstem Firnis, mit glanzvollem tragendem Ton, wohl das schönste Exemplar aus der Hand der beiden Meister: Antonius und Hieronymus fratres Amati Cremonensis filii Andreæ, Anno 1613, spielt der Violoncellovirtuos Professor David Popper in Budapest.
8Die Herstellung der Instrumente der Brüder A. war immer vorzüglich, das Holz gut gewählt, der sehr schöne Firnis goldgelb und der Ton ausgezeichnet. Die ff-Löcher sind sehr schlank und wenig offen. Die Decke mit hoher Wölbung hat grösseren Widerstand gegen den Saitendruck; die Brüder führten aber die Aushöhlung der Decke zu beiden Seiten des Stegs ein, um den Ton weicher und lieblicher zu machen. Sie bauten schöne, mit ausgezeichneten Verzierungen ausgestattete Violinen für den Hof des Königs Heinrich IV. in Paris.1) — Die Violinen sind immer von kleinem Patron.
10Genaue Auskunft über die Genealogie der Amati-Familie sowohl als die der Guarneri gibt der 1886 erschienene Nachtrag zu Piccolellis „Liutai antichi e moderni“. Firenze 1885/86.
121) Heron-Allen. Über die bemalten Amati-Violinen. Violin Making, as it was and is. London 1884.
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