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Scan 46
Cremona. Eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1919
12 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 10. See the scan on archive.org.
1Eine namentlich im Ton ganz vorzügliche Violine von 1695 (sic), die sich ehemals in der Sammlung von Wilmotte in Antwerpen befand, später in den Besitz von Henri Wieniawsky und 1882 in den Besitz von Jennö Hubay in Ofen-Pest überging, muss nach obigen authentischen Angaben über die Lebenszeit von Antonio und Girolamo Amati als Arbeit derselben aufgegeben werden; doch hat diese Violine einen prachtvollen Ton. Für eine Violine von 1620 verlangten Hamma & Co. in Stuttgart 4000 Mark.
3Eine Viola d’amore mit gedrucktem Zettel Antonius & Hieronymus Fr. Amati Cremonen. Andreæ filii F. 1572, mit 7 Darmsaiten auf dem Steg zum Anstreichen mit dem Bogen, und 9 darunter liegenden Drahtsaiten, die nur sympathetisch mitklingen und den Ton lieblicher machen, hat die alte eigenartige Violenform. Das Griffbrett läuft in einen geschnitzten Mädchenkopf mit verbundenen Augen aus. Die Form der Wirbel ist alt. Die gewölbte Decke hat, wie bei dieser Violinenart immer, schlangenförmige Schalllöcher. Am Fusse des Griffbretts noch ein drittes Schalloch mit Rose. Das Instrument gehört dem Instrumenten-Museum der kgl. akad. Hochschule für Musik, Berlin-Ch. (No. 860).1)
5AMATI, Nicola (Nicolaus), Cremona. * 3. XII. 1596, † 12. IV. 1684. War der dritte Sohn von Girolamo Amati und dessen zweiter Gattin Laura Lazzarini. Am 22. Mai 1645 heiratete er Lucrezia Pagliari (* 1619, † 1703). Aus dieser Ehe stammen 5 Söhne und 4 Töchter.
7Nicola Amati, Sohn und Nachfolger seines Vaters Girolamo, war der grösste Künstler seiner Familie. Er arbeitete bis 1625 nach den Modellen seines Vaters, vergrösserte aber nachher das Patron und produzierte die schönsten Instrumente. Von seinen zahlreichen Schülern sind Andrea Guarneri und der unsterbliche Antonio Stradivari die bedeutendsten.
9Nicola Amati scheint die erste Periode, in welcher er Geigen nach dem kleinen Modell seines Vaters baute, vorwiegend dazu benutzt zu haben, sich technische Fertigkeiten anzueignen und nebenbei zu experimentieren, denn wir finden verschiedene Beispiele, wo er seine Hauptprinzipien verlässt und die Wölbungen sowie die Holzstärke ändert. Das erfahrene Auge kann an seinen Instrumenten die schrittweise
111) Siehe S. 36. Barbaro.
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