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Scan 48
Cremona. Eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1919
8 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 12. See the scan on archive.org.
1Entwicklung verfolgen, bis er 1625 sein grosses Modell entwarf und Werke schuf, die ihm unvergänglichen Ruhm sicherten.
2Vom Reifchen aus läuft die Wölbungslinie anfangs flach und steigt dann schnell auf 1,5 cm Höhe bis zur Mitte an. Der Rand ist schräg gerundet. Die Ecken treten weit hervor und geben dem Ganzen Originalität. Dieser Teil der Zeichnung ist lange Gegenstand von Erörterungen gewesen, namentlich inbetriff des akustischen Effektes. Der Erfolg hat entschieden, dass diese reicheren Ecken nicht nur dem Auge wohlgefällig erscheinen, sondern auch die Qualität und Kraft des Tones eher befördern als vermindern. Die Wahl des Holzes ist mit grosser Sorgfalt geschehen; das Deckenholz ist von sehr regelmässigem, feinjährigem Wuchs, das Holz zu den Böden schön geflammt. Die f-Löcher haben ganz den Charakter seiner Vorgänger, sind nur kühner geschwungen. Die Schnecke ist von schönster Zeichnung, aber etwas klein im Vergleich zum Körper. Der gelbbräunliche Lack ist sehr elastisch, feurig und schön. Es gibt Geigen, die Nicola Amati mit besonderer Liebe und Sorgfalt gearbeitet hat; bei einigen ist die Hand seines berühmten Schülers Antonio Stradivari kaum verkennbar, namentlich in dem kühnen Schwung der Schnecke, welcher in den späteren Instrumenten des Stradivarius beibehalten ist.
3Die Violoncelli wurden von Nicola Amati in zwei Grössen verfertigt; sie stehen in hohem Ansehen und werden teurer verkauft als die Geigen. Er hat nur wenige Bratschen gemacht. Der Ton seiner Instrumente ist viel stärker, als derjenigen von Antonio und Girolamo; die besten sind von 1660 bis 1684 verfertigt.
4Nicolaus Amatus Cremone e Hieronymi filii fecit. An. 1651
5Nicolaus Amatus Cremonen. Hieronymi Fil. ac. Antonij Nepos Fecit. 1677
6Ein prachtvolles Violoncello, datiert 1677, erwarb von den Erben Frdr. Grützmachers in Dresden der Violoncello-virtuose Albert Gowa in Hamburg für 26000 Mark. Der Besitzer beschreibt es selbst wie folgt: Länge 73 cm, untere Breite 44 cm, obere Breite 36 cm, mittlere Breite 25 cm, Zargenhöhe 12 cm, Schnecke 20 cm. Firnis gelbbraun, sehr schön geschwungene f-Löcher, 13 cm lang.
7Eine Violine von 1670 besitzt das Instrumenten-Museum der kgl. akad. Hochschule für Musik, Berlin-
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