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Scan 57
Cremona. Eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1919
13 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 21. See the scan on archive.org.
1BERGONZI [Baganzi], Francesco, Cremona 1687.
2BERGONZI, Carlo (I.), Cremona, * 1680, † 1747. Einer der besten Schüler von Stradivari. Carlo Bergonzi ist das Haupt der Cremoneser Künstlerfamilie dieses Namens. Von 1716 ab befindet sich sein Name in den Instrumenten; er
4Anno 1737. Carlo Bergonzi fece in Cremona
6Anno 1741 Carlo Bergonzi fece in Cremona
8verfertigte besonders Violoncelli und Kontrabässe. Er nahm anfänglich ein kleines Modell und
10Anno 17 Reuifto, e corretto da me Carlo Bergonzi in Cremona.
12f-Löcher, die lang und sehr offen sind. Obwohl der Einfluss des Stradivari in seinen Werken zu erkennen ist, muss er doch zugleich ein Verehrer von Giuseppe Guarneri del Gesù gewesen sein, denn auch an diesen findet sich manche Reminiscenz. Anfangs behielt er die flache Form und die Umrisse seines Lehrers bei, wählte aber ein f-Loch, welches die Mitte hält zwischen Stradivari und Guarneri. Später veränderte er die Ecken, machte den unteren Teil breiter und setzte die f-Löcher etwas tiefer, näher an den Rand. Bei aufmerksamer Prüfung ist eine Kombination der Tonqualität von Stradivari und Guarnari unverkennbar. Die Schnecke, von bemerkenswert kühner Zeichnung, ist immer mit dem Körper in Harmonie. So nimmt Bergonzi zu dem breiteren Modell auch eine breitere Schnecke mit weiter auseinanderstehenden Mittelpunkten. Der Firnis war meist rotbraun, elastisch und durchscheinend, oft dick und doch von ausgezeichneter Wirkung. Auf den Abschliff hat Bergonzi weniger Sorgfalt verwandt, namentlich zeigen die tiefrot lackierten Instrumente oft sandartige Unebenheiten. Seine Instrumente sind zumeist von grösster Schönheit der Form und besitzen eine
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