Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 131

Die Geigen und Lautenmacher, 1922

12 lines. Read by computer on 23 September 2026. Printed page 127. See the scan on archive.org.

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1GROSSBRITANNIEN UND IRLAND
3ENGLAND
5Eine ähnliche Stellung in der Geschichte wie der französische nimmt der englische Geigenbau ein.
7In derselben Zeit, da England auf einen Höhepunkt in seiner Literatur gelangt war, setzte auch eine später nicht mehr erreichte Blüte seiner Musik ein. Wurde auch das Lautenspiel hier nie so lebhaft gepflegt wie in Frankreich, und wendete sich auch die Volksgunst sehr bald dem Virginal zu, so hatte doch das Spielen der Lauten- und Geigeninstrumente, namentlich der Viola da Gamba, von alters her so weite Verbreitung gefunden, daß man nicht damit auskommen konnte, die Instrumente vom Festlande herüberzuholen. Zudem wurden die gebräuchlichsten Volksinstrumente schon seit dem frühen Mittelalter als Werke des Hausfleißes von geschickten Händen gebaut, und manch einem, dem es besser als anderen gelang, ein schönes und volltönendes Musikinstrument herzustellen, mag das, was er ursprünglich nur aus Liebhaberei tat, zur Lebensaufgabe geworden sein. Ohne einen Lauten- und Geigenmacher konnte keine Musikkapelle bestehen, und so gehörte fast zu jeder Hofhaltung ein solcher, von dem man ursprünglich fast überall verlangte, daß er gleichzeitig auch Musiker sein sollte. So war der um 1580 genannte blinde flandrische Geiger Martin Chastelain in Warwick Violen- und Lautenmacher und konnte, wenn man der Überlieferung glauben will, trotz seiner Blindheit sogar Klavizimbeln bauen.
9LONDON
11In London, am musikliebenden Königshof von England, wird es immer schon unter den Musikern geschickte Geigen- und Lautenmacher gegeben haben, leider sind uns keine älteren Namen überliefert als die von John Ross und J. Pemberton, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts tätig waren. Beide waren berühmte Meister; von Pemberton wird sogar eine »Violine« gezeigt mit der Jahreszahl 1578! Das Instrument ist aber zweifellos, wenn es überhaupt als alt gelten darf, in viel späterer Zeit zu einer Violine umgebaut worden. John Ross galt nicht nur als trefflicher Lauten- und Violenbauer, sondern wurde auch als Erfinder der Pandora gepriesen. Vielleicht war Francis Palmers, von dem sich ein Penorcon erhalten hat, also ein der Pandora sehr nahestehendes Instrument, einer seiner Schüler, was ich auch von Bolles annehmen möchte, der nur wenig jünger war als John Ross und diesem als ebenbürtig an die Seite gestellt wurde. Dem Beginn des 17. Jahrhunderts gehörte Aldred an, dessen Violen in London für die besten in der Welt gehalten wurden. Welchen Rang in ihrer Kunst Hircutt

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