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Scan 132
Die Geigen und Lautenmacher, 1922
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1und Blunff einnahmen, kann erst bestimmt werden, wenn einmal Arbeiten von ihnen ans Tageslicht kommen, während wir bei Henry Jay das Urteil derer, die ihn persönlich kannten, nachprüfen und uns überzeugen können, daß das angeborene Talent der Engländer für solide Arbeit und sauberste technische Ausführung auch schon bei den ältesten Geigen- und Lautenmachern in die Erscheinung trat. Sein Sohn (?) Thomas scheint jedoch nicht bei ihm, sondern bei J. Baker in Oxford gelernt zu haben. Auch ein Georg Miller und N. Cox sollen der Oxforder Schule nahestehen.
3So beliebt die Violen und Gamben waren, die Violine fand anfangs keine Freunde in England, man hielt sie geradezu für eine Verschlechterung der größeren Geigeninstrumente. Und trotzdem hatte die Violine frühzeitig einzelne begeisterte Verehrer in England, ja, die älteste im Druck erschienene Violinschule gab im Jahre 1660 der berühmte englische Gambenspieler Christopher Simpson1) in London heraus. Ihren Siegeslauf trat die Violine in England aber erst an, nachdem der Virtuose Nicola Matteis nach London gekommen war und um 1672 alle Welt durch sein Violinspiel entzückte.
5Die ältesten Violinen, die in London gemacht wurden, rühren, wenn man die J. Pemberton zugeschriebenen nicht gelten lassen will, von Jakob Raymann her. Seine Arbeit wie sein Name machen es glaubwürdig, daß er deutscher, vielleicht Füssener Abstammung war. Er soll sich um 1620 in London niedergelassen haben, nachdem er vorher vielleicht in Padua oder Brescia gearbeitet haben mag. Dort hat er möglicherweise den Schotten Urquhart kennengelernt, der ihn dann wohl veranlaßte, mit ihm nach London zu gehen. An Sauberkeit der Arbeit steht Raymann den eingeborenen Engländern nach, übertrifft sie aber in bezug auf den Lack und den Ton. Urquhart steht ihm durchaus gleich, ja er ahmt seine Vorbilder, Stainer und Gasparo da Salò, noch genauer nach. Raymann und Urquhart waren lange die einzigen, die auch Violinen bauten, denn von den mit ihnen gleichzeitig arbeitenden Meistern, wie John Smith, der sehr geschickt war, und von William Turner oder John Shaw kennt man bisher nur Instrumente aus der alten Violenfamilie.
7Ein Schüler Raymanns kann Christopher Wise gewesen sein, wie Edward Pamphilon, der schon der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts angehört, der Schule Urquharts zugeordnet werden darf. Ihre Arbeit war gut, dagegen fällt die Edward Pembertons und John Spicers so ab, daß man beide für Dilettanten halten möchte. Ein tüchtigerer Meister, der auch auf die äußere Ausstattung Wert legte und darin die meisten seiner Vorgänger übertrifft, war Richard Meares, dem William Addison, der begabte Thomas Cole und John Pitts manchmal nicht ohne glückliches Gelingen nachstrebten. Einen gewissen Ruf
91) Im zweiten Teil seines Werkes: »A brief Introduction to the skill of Musick«, der neben einer Violaschule auch »Instructions for the Treble Violin« enthält.
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