Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 139

Die Geigen und Lautenmacher, 1922

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1ENGLISCHE STÄDTE
3Neben London fallen die übrigen englischen Städte als Wohnsitze von Lauten- und Geigenmachern nur wenig ins Gewicht. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs die Zahl der Meister, die fern der Hauptstadt ihren Wirkungskreis gesucht haben. Und doch fehlte es zu keiner Zeit und nirgends an hervorragenden Musikern, die Lieder des selbst von Shakespeare gepriesenen Lautenisten John Dowland wurden überall gesungen, und Lauten und Geigen traten als Begleit- und Soloinstrumente überall mehr und mehr in den Vordergrund. Selbst die für die Musikgeschichte so wichtige alte Universitätsstadt Oxford hatte nur für wenige Geigenmacher Raum. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts findet man hier den Violenmacher William Baker, der schon so berühmt war, daß seine Arbeiten auch auf dem Festlande gern gekauft wurden. In noch höherem Ansehen stand John Baker, wohl der Sohn Williams, und die aus Oxford heimkehrenden Studenten haben gewiß das ihrige dazu beigetragen, seinen Ruhm weit zu verbreiten. Francis Baker, den ich für seinen Bruder halte, konnte aber der Lockung Londons nicht widerstehen und siedelte sich in der Nähe der Paulskirche an. Jedenfalls gehören die Baker zu den besten englischen Meistern ihrer Zeit; sie scheinen aber in Oxford keine Schüler gehabt zu haben, denn erst etwa ein halbes Jahrhundert nach ihnen tritt der schon unter den Londonern erwähnte Charles Harris auf, wieder ein Meister, auf den die Engländer stolz sein können, den aber seine Zeitgenossen so wenig erkannten, daß sie ihn fast verhungern ließen. Sein gleichnamiger Sohn schüttelte daher wie der Vater den Staub Oxfords von den Füßen und ging nach London, wo er bei Hart ein Unterkommen fand. Nach ihm hat es erst in unseren Tagen der Chanot-Schüler G. H. Hicks unternommen, in Oxford Geigen zu bauen.
5Es ist nicht unwahrscheinlich, daß der ältere Baker ein Schüler jenes Gillis York in Northampton war, der schon im Anfang des 17. Jahrhunderts gelebt hat und als Gamben- und Violenmacher einen sehr großen Zulauf hatte. Der in der gleichen Stadt vorkommende Parker kann als Yorks Nachfolger gelten; doch müßten erst Arbeiten von beiden aufgefunden werden, um sie richtig einschätzen zu können. In dieser Beziehung ist man bei John Strong, der in der Grafschaft Somerset um 1640 lebte, etwas besser daran, denn nach seinen bekannten Violen und Gamben — ihre Echtheit vorausgesetzt — kann man annehmen, daß ihm Werke der Schule von Brescia nicht fremd geblieben waren. Er übte das Violenmachen jedenfalls als Beruf aus, während die ersten Vorfahren der später in London einflußreich gewordenen Geigenmacherfamilie Forster, der um 1688 geborene John Forster und sein Sohn William, die beide in Brampton lebten, wie schon angedeutet, sich als Spinnraddrechsler ernährten und nur nebenbei, wie viele ihrer schottischen und irischen Zeitgenossen, Geigen machten, von denen im günstigsten Fall gesagt werden kann, daß sie für Dorfgeiger und Tanzmusikanten gut genug waren. Um so bemerkenswerter ist es, daß sich in der kleinen und freundlichen Stadt Salisbury ein Meister wie Benjamin Banks, der bei Peter Wamsley gelernt hatte, entwickeln konnte. Er überragt nicht nur seinen Lehrmeister, sondern die meisten seiner Londoner Altersgenossen und wagte es trotz der Vorliebe der Engländer für Jakob Stainer, die Cremoneser für vorbildlichere Meister zu halten. Von seinen sechs Söhnen haben drei, Benjamin (II), James und Henry den gleichen Beruf ergriffen und zogen später nach Liverpool, aber nur auf den jüngsten ging etwas von dem Talente des Vaters über. Unter dem Einflusse von Banks

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