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Scan 331
Die Geigen und Lautenmacher, 1922
11 lines. Read by computer on 23 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 327. See the scan on archive.org.
1Geigenmacher, denn er ließ in den sieben Jahren von 1765—1772 vom Beschauamte (Hallrätt) 241 Violinen, 2 Violoncelli, 1 Gambe und 2 Zithern abstempeln.
3Die Musikinstrumentenmacher bildeten bei ihrer geringen Anzahl in Stockholm niemals eine Zunft, sie standen aber unter dem Beschauamt oder schlossen sich, wenn sie auch Klaviere bauten, der Tischlerzunft an. Die Hallrättsurkunden und die erhaltenen Arbeiten der schwedischen Geigenmacher hat Frl. Hedvig Boivie, Amanuensis am Stockholmer Nordischen Museum, zur Grundlage eines sorgfältigen Aufsatzes1) gemacht, den ich mit Dank benutze und der mir ermöglichte, sichere Angaben auch über einige wenig bekannte schwedische Lauten- und Geigenmacher zu bringen und manches, was ich früher sagte, zu ergänzen.
5P. Hellstedts Sohn und Schüler Petter Alexander H. wurde sein Nachfolger, auch er war fleißig und machte Versuche, Violinen ausschließlich aus schwedischem Holze herzustellen; erhalten haben sich aber keine Arbeiten von ihm. Hatte schon sein Vater schwer zu kämpfen, so scheint es ihm noch schlechter gegangen zu sein, so daß man annehmen kann, daß er zuletzt die Geigenmacherei an den Nagel gehängt hat; auch Carl Magnus Nyström, der gleichzeitig Gewürzkrämer war, scheint in der Folge ausschließlich seinen Kramhandel betrieben zu haben. Über Andreas Fröberg ist nichts zu berichten, er scheint auch keine Seide gesponnen zu haben. Mehr Erfolg dürfte der Zimmermann Petter Lennström mit seinen Kindergeigen gehabt haben, denn er beschäftigte auch seine Söhne in seiner Werkstatt, und seine Witwe setzte später das Geschäft noch weiter fort. Höheren Kunstwert hatten die Arbeiten der bisher genannten Stockholmer Meister nicht. Da trat um die Mitte des 18. Jahrhunderts Johan Öhberg auf, dessen Arbeiten im Vergleich zu denen aller seiner Vorgänger geradezu als überraschend schön bezeichnet werden müssen. Große Geigen gelangen ihm besser als kleine, seine Violoncelli sind besser als seine Violinen, und wenn er auch keine schönen F-Löcher schneiden konnte und an einer hohen Wölbung festhielt, so hat er doch, wenn er wollte, so gut gearbeitet, daß man annehmen muß, er habe seine Lehrzeit bei einem sehr guten deutschen Meister durchgemacht. In seinem letzten Lebensjahre nahm er seinen gleichnamigen talentvollen Sohn und Schüler zum Teilhaber an. Diesem Sohne hatte er eine vorzügliche musikalische Ausbildung angedeihen lassen, so daß er gleichzeitig als Organist an der großen Kirche wirken konnte. Der jüngere Öhberg wurde Hofinstrumentenmacher, baute auch ausgezeichnete Tasteninstrumente und war vielseitig und unternehmungslustig, starb aber schon, ehe er dreißig Jahre alt war.
7Musiker von Beruf, und zwar Geiger in der Hofkapelle, war auch Elias Carlander, und wenn er sich auch hauptsächlich mit Wiederherstellungsarbeiten beschäftigte, hat er doch eine Anzahl ziemlich guter Violinen, Violen und Violoncelli zustande gebracht. Das Geigenspielen kam jetzt mehr und mehr in Aufnahme, das beweist schon die Tatsache, daß u. a. Erik Sandberg, ein früherer Geselle des älteren Öhberg, in seinen letzten fünf Jahren 268 Violoncelli und Violinen, 5 Harfen und eine Zither abstempeln ließ. Weitaus der angesehenste Instrumentenmacher seiner Zeit war der im Jahre 1753 geborene Mathias Petter (Pehr) Kraft, der erst bei seinem Vater die Tischlerei und dann bei Pehr Lundborg den Klavierbau und das Lautenmachen erlernt hat. Wo er seine Ausbildung abgeschlossen hat, ist nicht bekannt, wohl aber, daß er jede Gelegenheit benutzte, zu lernen. Er las auch sehr viel und hinterließ schließlich eine für einen Mann seines Standes recht ansehnliche Bücherei. Als Geigenmacher wurde er von manchen seiner schwedi-
91) »Några svenska Lut-och Fiolmakere under 1700—Talet«, abgedruckt in der Zeitschrift »Fataburen« 1921 S. 51—73. one of two readings
101) »Några svenska Lut-och Fiolmakere under 1700 — Talet«, abgedruckt in der Zeitschrift »Fataburen« 1921 S. 51—73. one of two readings
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