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Scan 299
Die Geigen und Lautenmacher, 1922
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1dem wahrscheinlich aus Breslau stammenden Johann Gottl. Liebig gefehlt haben muß, sonst hätte er, trotzdem er das Bürgerrecht erlangte, Hamburg nicht schon nach kurzer Zeit wieder verlassen, wie man nach einer vom Jahre 1793 aus Breslau datierten Geige zu vermuten Anlaß hat.
3Die Bürgerliste weist in den Jahren 1790—1800 eine große Zahl von Instrumentenmachern auf, von denen wohl die wenigsten Geigen- oder Lautenmacher waren¹). Nur Joh. Peter Hinrichs Namen findet man auf einem Reparaturzettel, und es ist nicht ausgeschlossen, daß der noch 1847 vorkommende J. Hinrichsen mit dem ebengenannten J. P. Hinrichs, der 1796 Bürger wurde, identisch ist.
5Wie fast überall trat in Hamburg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein gewisser Stillstand im Geigenbau ein. Wohl haben noch J. H. Riesenberg, Ruperti, Westerhof und Rittberg²) mehr oder minder spielbare Geigen und J. C. Gebhardt brauchbare Bässe gebaut; Künstler im eigentlichen Sinne waren sie so wenig wie Julius Sauke, der immerhin recht gute Gitarren machen konnte. Am geschicktesten waren noch K. und F. Cellier (»Cellier & Sohn«), von denen ich u. a. ein recht sauber gearbeitetes, gut klingendes Violoncello kennen gelernt habe. Es war daher für den auf dem Umweg über Bremen aus Mainz gekommenen Jakob Diehl nicht allzu schwer, sich an die erste Stelle zu setzen. Er war durch eine treffliche Schule gegangen und hielt seine Kunst hoch. Die gleichen Vorzüge besaß sein Sohn Nikolaus Louis Diehl, bei dem noch ein besonders eingehendes Studium der alten Meister hinzukam. Beide übertrifft aber der noch jetzt schaffende August Diehl, Jakobs Neffe, in dem die alten Überlieferungen seiner Familie lebendig geblieben sind.
7Ein ähnliches Talent wie Jakob Diehl war Friedrich August Pfab. Er galt besonders als Kenner alter Geigen und hat auch selbst recht gute Instrumente gebaut. Seine Werkstatt ging auf den trefflich vorgeschulten und besonders geschickten Julius Hempel über. Aus dem Vogt-
9¹) Solche »Instrumentenmacher« waren u. a.: J. R. Dahlström, Jg. Laskovsky, J. A. A. Steinbrinck, M. Albrecht, J. H. Hohmann, Chr. Fischer, J. W. Geycke, J. J. Marck, J. H. Mertens, C. F. W. Brauns, Kuhr (oder Stuhr?), C. W. Liekow, J. N. C. Eims, C. W. Richter, F. W. Rinne, G. Chr. Probst, W. J. Schulz, Sebastian und Georg M. Trost. ²) Vielleicht mit Riesenberg identisch.
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