Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 59

Die Geigen und Lautenmacher, 1922

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1So hat Padua nach vielversprechenden Anfängen im gleichen Maße, wie die Geigen die Lauten verdrängten, an Bedeutung für die Geschichte des Instrumentenbaues verloren. Daran trug wohl die Nähe Venedigs, wo alle Vorbedingungen von vornherein viel besser erfüllt wurden, die Hauptschuld.
3VENEDIG
5Wie auf allen Gebieten der Kunst spielt die »Königin der Adria« auch in der Geschichte der Entwicklung der Instrumentalmusik eine wichtige Rolle. Von den Blasinstrumenten, die in Venedig früher als anderswo in einer nirgends übertroffenen Vollkommenheit hergestellt wurden, ganz abgesehen, zeichneten sich hier auch die Verfertiger von Streich- und Rupfinstrumenten schon frühzeitig aus. Das Musikleben blühte, und Claudio Monteverde, der Mozart des 17. Jahrhunderts, brachte seine für die Entwicklung der Oper bahnbrechenden Werke hier zuerst zur Aufführung. Ein Venezianer war Giovanni Gabrieli, der »Vater der Orchestermusik«, und Venedig war auch der Sitz der bedeutendsten Musikverleger und Notendrucker, Alessandro Vincenti und andere wohnten da, und hier erschienen im Jahre 1617 Biagio Marinis »Affetti musicali«, die für uns dadurch von besonderer Wichtigkeit sind, weil darin die erste bekannte, für die Violine allein geschriebene Komposition vorkommt.
7Von den ältesten Lauten- und Zithermachern Venedigs, wie von dem schon im Jahre 1359 erwähnten Andreolo oder von dem ein halbes Jahrhundert später lebenden Serafino Donato und seinem jüngeren, etwas zweifelhaften Zeitgenossen Mastro Sanson, der vielleicht mit Mastr’ Antonio¹) identisch ist, kennt man nur die Namen. Vielleicht waren sie Verfertiger des längst außer Gebrauch gekommenen venezianischen Volksinstrumentes »Altobasso«, dessen Darmsaiten mit einem Holzhämmerchen angeschlagen wurden. Greifbarer wird erst der am Ende des 15. Jahrhunderts auftretende deutsche Meister, den die Urkunden »il magnifico Sigismondo Maler Thedescho« nennen. Er galt für einen der besten Lautenmacher seiner Zeit. Bald nach ihm kam Max (Marx) Unverdorben, von dem sich sogar noch eine Arbeit erhalten hat. Also auch nach Venedig haben Deutsche ihre Kunst verpflanzt, und Santo, der Sohn Bartolomeos, sowie Alessandro il Veneziano waren vielleicht ihre Schüler.
9Lorenzo Gusnasco hielt sich nur vorübergehend in Venedig auf, und Meister Dominicus aus Pesaro und Antonio Baffo beschäftigten sich hauptsächlich mit dem Bau von Klavizimbeln, dagegen kam aus Bergamo ein tüchtiger Violenbauer, Francesco Linarolo, der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts tätig war. Ihm folgte in der zweiten sein talentvoller Sohn Ventura, der bereits Violinen mit den erst später allgemeiner gewordenen charakteristischen
11¹) Zweifelhaft, weil ich geneigt bin, anzunehmen, daß sowohl Sanson als Antonio auf Antonio Siziliano zurückzuführen sind, dessen Werke man, wie das so oft geschah, um ein Jahrhundert zu früh ansetzte.
13Abb. 28. Mandola von M. Tieffenbrucker (Dieffenbrugger) (Staatl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin)

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