Scan 101
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Bucher — Buchstetter.
3fort. Er baut seine Geigen meist nach Stradivari, die übrigen Instrumente (Zithern, Guitarren etc.) nach eigenen Modellen und verwendet Spiritus- und Oellack. Mit dem Geschäfte ist jetzt auch eine Saitenfabrik und eine Musikalienhandlung verbunden.
5Bucher, Johann. — Wien. Geb. 1792 zu Hammerschwang in Württemberg, † in Wien 1856.
6Er kam als Knabe nach Wien zu J. G. Stauffer in die Lehre, gründete schon 1816 sein eigenes, heute noch blühendes Geschäft und brachte es bald zu Ansehen, so dass er schon in den dreissiger Jahren in Schuberth's Lexikon unter den hervorragenden neueren Geigenmachern aufgeführt wird. Seine Geigen baute er nach italienischen Meistern; hauptsächlich verlegte er sich auf den Bau von Guitarren, die er nach Legnani, Stauffer u. A. baute.
8Bucher, Michael. — Halle. (Hall?) 1729.
9Eine Arbeit von ihm besitzt das Museum in Darmstadt (No. 499).
11Buchner.
12Eine Geigenmacherfamilie, von der gegenwärtig selbstständig thätig sind: Anton B., Emanuel B. und Wenzel B. in Schönbach bei Eger und Josef B. in Steingrub bei Eger.
14Buchner, Carl Conrad. — Sondershausen. Geb. 1778. 1810.
15Es giebt wohl einige Geigen, die er gebaut haben soll, doch war er hauptsächlich Klaviermacher.
17Buchstetter, Gabriel David. — Stadtamhof bei Regensburg. 1752. 1771.
18Seiner Zeit galt er für einen der besten deutschen Meister, und selbst Spohr spielte auf seinen Concerten nur eine 'Buchstetter', bis ihm der Zufall in Münster bei Colmar seine 'Lupot' in die Hand fallen liess. Buchstetter war fleissig und galt für sehr wohlhabend. Seine besten Geigen sind lang und schmal, haben flache Wölbung und eigenartige F-Löcher, die etwas an Amati erinnern. Die Arbeit ist gut, stellenweise sogar sehr sorgfältig; nur in der Wahl des Holzes war er nicht allzu wählerisch und verarbeitete gern hartjähriges Tannenholz, was den Ton scharf machte. Weniger gut ist sein Lack, der über einer braunen Beize aufgetragen erscheint. Er machte Geigen und Lauten aller Art, und Arbeiten von ihm kommen noch ziemlich häufig vor. Eine Chorlaute besitzt das Germanische Museum in Nürnberg, zwei Violinen das Stift St. Florian in Oberösterreich. Es gibt auch eine Anzahl hochgewölbter Geigen (mit tiefer, breiter Hohlkehle, kurzen, geschweiften F-Löchern mit eiförmigen Endpunkten, gutem Lack, aber schlechter Schnecke), in denen statt Gabriel David nur Gabriel Buchstetter zu lesen ist. Man hat daher zwei Geigenmacher unterscheiden wollen. Wahrscheinlich hat er seine billigen Geigen in den gangbaren deutschen Formen und bessere nach italienischem Vorbild gemacht.
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