Scan 144
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Dalinger (Dallinger), Sebastian. — Wien. 1768. 1809.
2Er wohnte im Kärnthner Viertel, Himmelpfortgasse, und legte am 23. Januar 1768 den Bürgereid ab. In den Steuerbüchern kommt er bis 1787 vor. Er war ein mit Thir auf gleicher Stufe stehender, sehr tüchtiger Lauten- und Geigenmacher, von dem namentlich die Violoncelli sehr gesucht sind. Ein solches von 1771 besitzt das Schottenstift in Wien. Er schrieb seinen Namen stets Dalinger, in den Acten liest man dagegen: Tällinger, Tällinger und Dällinger. — Das Holz ist gut, wenn auch nicht ausgesucht schön, die Arbeit sorgfältig. Umrisslinien, Wölbung und F-Löcher von schönem Schwung und an das Stainermodell erinnernd. Der Lack ist gewöhnlich dunkelbraun und ohne Feuer, manchmal aber auch gelb; so besitzt Korecky in Prag ein Violoncello von ihm aus dem Jahre 1803 mit gelblichem Lack.
4Dalla Corna (Della Corna), Giovan Giacobo. — Brescia. 1484. 1530.
5Man kennt keine Arbeiten von ihm; de Piccolellis, Vidal, Fenaroli u. A., die ihn erwähnen, haben zwar nur Lanfranco als einzige Quelle, doch kommt der Name mit dem Zusatz *che fa lauti* schon 1484 vor.
7Dalla Corte, Alfonso. — Neapel. XIX. Jahrh.
8Seine Geigen sind gute Nachahmungen der alten Meister, sein gelber Lack zeigt jedoch mehr den Charakter der Mailänder als der Neapolitaner Schule. Uebrigens wendet er den Lack in verschiedenen Farben an.
10Dalla Costa, Marco. — Treviso. 1660. 1680.
11Vielleicht der Grossvater oder auch Vater von Pietro Antonio.
13Dalla Costa, Pietro Antonio. — Treviso. 1700. 1768.
14Der Name wird auch Dalla Caesta gelesen. — Er war ein Nachahmer der Brüder Amati, was er auch ausdrücklich betont, aber auch Stradivaris, und arbeitete recht sauber; namentlich sein prachtvoller rothbrauner Lack ist zu loben. Er soll auch in Mantua und Venedig gearbeitet haben; das könnte allerdings nur vorübergehend oder vor 1720 und nach 1757 gewesen sein. Sein Name wurde von Fälschern gern missbraucht, wodurch sich die ungewöhnlich weit auseinanderliegenden Jahreszahlen, die man neben seinem Namen angegeben findet, wohl einigermaassen erklären lassen.
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