Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 147

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

21 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 125. See the scan on archive.org.

1Darche, Nicolas. — Aachen. Geb. um 1815, † 1873.
2Er soll in seiner Vaterstadt Mirecourt gelernt haben und liess sich, nachdem er in Brüssel eine Zeit lang gearbeitet hatte, gegen 1840 in Aachen nieder. In seiner ersten Zeit berechtigte er zu schönen Hoffnungen und baute nach den Modellen von Stradivari, Guarneri und Maggini mit Geschick und Verständniss. Damals verwendete er auch dicken, rothen Oellack und erzielte eine bemerkenswerthe Klangschönheit. Er verlangte 1844 für eine Geige 35 Thaler, für ein Violoncello 70 Thaler. Später ergab er sich dem Trunke, und seine Arbeiten aus den sechziger Jahren kommen höchstens noch der Mirecourter Durchschnittswaare gleich; ja, es ist wahrscheinlich, dass er nur noch Mirecourter Schachteln verarbeitete. In den letzten Jahren seines Lebens arbeitete er überhaupt nichts mehr.
4Darche, Paul. — Brüssel. Geb. um 1846, † 1881 in Brüssel.
5Sohn von Ch. F. Darche und dessen Nachfolger. Seine Lehrzeit machte er in Mirecourt durch und arbeitete dann im väterlichen Geschäfte. Er war nicht ungeschickt sowohl im Neubau wie in der Herstellung alter Geigen.
7Dardelli, Fra Pietro. — Mantua. 1497. 1500.
8Ein Franciscanermönch, der sowohl schöne Lauten als Violen gemacht hat. Er stand seiner Zeit in hohem Ansehen und wurde von Fürsten beschäftigt. Fetiis erwähnt und beschreibt eine seither verschwundene Laute, die Dardelli für die Herzogin von Mantua gemacht haben soll. Dass die seinen Namen tragenden Geigen echt sind, erscheint durchaus zweifelhaft. Vgl. auch Bertolotti La Musica in Mantova (1400—1600) Mailand, Ricordi & Co., S. 17. 18.
10Darte, Auguste. — Mirecourt. 1865. † 1888.
11Schüler, Schwiegersohn und Nachfolger von Nicolas Vuillaume. Eine Zeit lang arbeitete er als Gehülfe bei J. B. Vuillaume in Paris. Seine Geigen sind gute Mirecourter Durchschnittswaare.
13Daum, Karl Mathias. — Wiener-Neustadt. Geb. 20. April 1825, † 15. Mai 1870 in Wiener-Neustadt.
14Sohn von Mathias D. Schüler von Anton Fischer in Wien, bei dem er bis 3. September 1843 lernte. Er arbeitete dann bei verschiedenen Meistern, übernahm 1855 die väterliche Werkstatt und heirathete 1860 Francisca Pajer, die Tochter eines Fleischhauers aus Répcze Szemere in Ungarn. Er war nicht ungeschickt, wenn er auch seinem Vater nicht gleichkam, und ist zu früh gestorben, um sich ausreifen zu können. Seine Wittwe heirathete 1872 den Geigenmacher Fr. Hiller.
16Daum, Karl Wilhelm. — Pressburg. Wiener-Neustadt. Geb. 19. Sept. 1860.
17Sohn von Karl Mathias D. Er verlor seinen Vater schon im zehnten Lebensjahre, erlernte die Geigenmacherei bei seinem Stiefvater Franz Hiller und ging dann nach Ungarn, von wo er erst 1901 wieder nach Wiener-Neustadt kam und sich als Geigenmacher niederliess. Vorher war er von 1888 bis 1889 in Pressburg ansässig. Er besitzt noch die Werkzeuge, die sein Grossvater von Mich. Stadlmann geerbt hatte.
19Daum, Mathias. — Wiener-Neustadt. Geb. 24. Febr. 1789 in Kaidling (Herrschaft Pöltenberg in Mähren), † 10. Dec. 1855 (am Schlagfluss) in Wiener-Neustadt.
20Sohn eines Schullehrers und Schüler von Franz Jos. Wassermann in Znaim. Von 1809—1811 arbeitete er bei Johann Ertl in Wien und von 1812—1813 bei

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