Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 180

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

17 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 158. See the scan on archive.org.

1aus Simkhingen, die bereits am 11. Februar 1696 als Wittwe vorkommt und an diesem Tage für ihre beiden Töchter Anna und Maria Theresia Vormünder bestellt. Sie heirathete dann am 2. Februar 1897 den Lautenmacher Jakob Fichtel, aber auch dieser starb ihr drei Jahre später, und am 23. October 1701, vermählte sie sich, zum dritten Male, mit dem Geigenmacher Gregor Ferdinand Wenger.
3Edlinger, Josef Joachim. — Prag. Geb. 7. März 1693 in Prag, † 30. Mai 1748.
5Sohn und Schüler von Thomas (II.) E. Bereiste nach beendigter Lehrzeit fast ganz Italien und arbeitete hauptsächlich in Cremona, Rom, Neapel, Bologna, Ferrara und Venedig. Gründlich ausgebildet kehrte er gegen 1728 nach Prag zurück, wo er von nun an thätig war. Am 2. Februar 1728 erlangte er das Bürgerrecht auf der Kleinseite und gelangte zu hohem Ansehen. Er war Mitglied des Sechsmänneramts und der Nikolaus-Bruderschaft. Seine Geigen und Lauten werden über die seines Vaters gestellt*), und ihm verdankt es die Prager Geigenbauschule zuerst, dass man auch auswärts auf sie aufmerksam wurde. Er wurde in der Johanneskirche unter dem Felsen begraben. Er war nicht verheirathet. Seine Erbinnen waren die Schwestern Therese und Anna Perlocher; seine Werkstatt mit allen Vorräthen an Instrumenten, Holz und Werkzeugen hinterliess er dem vierjährigen Sohne seiner Dienerin, Josef Michl, mit dem Wunsche, dass dieser den Geigenbau erlernen möge, wozu er ihm noch ausserdem 200 fl. Rhein. vermachte. — Sollte dieser Jos. Michl nicht vielleicht identisch sein mit Josef Muschl? — Seine Arbeit ist gut; sein Modell knüpft an italienische Vorbilder an; flache Wölbung. An vielen seiner Geigen ist der Lack jetzt gänzlich zerstört; auch sonst haben sie stark gelitten.
7Edlinger, Thomas I. — Augsburg. 1656. † 8. Oct. 1690.
9Er stammte aus Gross-Kirchheim in Kärnthen und liess sich 1656 in Augsburg nieder, wo er die Tochter Matthias Hummel’s (s. d.) heirathete. Im Augsburger Hochzeitsamtsprotokoll vom 6. Februar 1661 heisst es: «Thomas Edlinger von Gross-Kirchhaimb aus Cärndten, Lautenmacher und Elisabetha Humblin, hiesig, beide ledigen Standes» … etc. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne, Thomas II., Hans, Georg und eine Tochter hervor. In zweiter Ehe heirathete er Barbara geb. Baur (Baür) aus Kirchheim. Im Pflegschaftsbuche von 1696 wird er bereits als «seelig» aufgeführt. Er besass viel Handgeschicklichkeit; seine Geigen sind leicht zu erkennen; die Wölbung geht ohne Hohlkehle vom Rand empor, ist hoch, aber in der Brust flach. Auch die Zargen sind hoch, die F-Löcher gross und der Lack dunkelbraun. Das Holz ist gut und der Ton ziemlich kräftig. Das Museum Francisco-Carolinum in Linz besitzt eine Taschengeige von ihm, eine ebensolche sowie eine Gamba und eine Geige Paul de Wit in Leipzig.
11Edlinger, Thomas (II.). — Prag. Geb. 23. Nov. 1662 in Augsburg, † 20. Jan. 1729 in Prag.
13Er war jedenfalls ein Schüler seines Vaters Thomas Edlinger und nicht von J. Stainer, wie W. Sandys behauptet; er kann jedoch möglicher Weise bei Jac.
15*) Baron sagt: «In Prag haben sonst Thomas und Joseph Edlinger Vatter und Sohn sich hervorgethan, und ist absonderlich der letztere eine ziemliche Zeit in Italien gewesen, dass man sich schon was gutes von seiner Faust versprechen mag.»
16**) Aus dem musikhistorischen Museum des Herrn Fr. Nicolas Mauskopf in Frankfurt a. M.

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