Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 200

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

21 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 178. See the scan on archive.org.

1Fichtl, Joseph Anton. — Mittenwald. Geb. 12. Aug. 1758, † nach 1790.
2Gute Mittenwalder Schule. Eine Viola von ihm, die er im Alter von achtzehn Jahren gemacht hat, besitzt das Stift St. Florian in Oberösterreich.
4Fichtl, Leopold. — Mittenwald. 1756.
5Klotz-Schule. Seine Geigen zeichnen sich durch leichte Ansprache und gleichmässigen, einschmeichelnden Ton aus.
7Fichtl (Fichtel), Magnus Anton. 1784.
8Er ist mir nur durch seinen Zettel bekannt geworden:
10Fichtl, Martin. — Mittenwald. 1768. 1770.
11Seine Violinen klingen gut, wenn sie auch nicht immer mit wünschenswerther Sorgfalt gemacht sind.
13Fichtl, Martin Matthias. — Wien. Geb. um 1682, † 1768.
14Er wohnte als Geigen- und Lautenmacher im Kärnthner Viertel, legte am 27. September 1724 den Bürgereid ab und kommt in den Steuerbüchern von 1749 (sie reichen nicht weiter zurück) bis 1768 vor. Zuletzt scheint er wegen hohen Alters nicht mehr gearbeitet zu haben, denn es heisst in den Acten bei ihm «Gewerbe feiernd». Er soll um 1682 geboren und seit 1706 in Wien ansässig gewesen sein. Seine Arbeit erinnert an die Füssener Meister und ist recht gut. Er hatte ein breites Modell von mittlerer Wölbung, baute sauber nach der Form und verwendete gelbbraunen Lack. Im Ton sind seine Geigen sehr gut. Zwei Violoncelli von ihm (von 1737 und 1746) besitzt das Schottenstift in Wien. Auf einigen Zetteln gibt er beide Taufnamen Martinus Mathias an.
16Fichtl, Mathias. — Augsburg. 1720.
17Vielleicht ein Sohn von Philipp Jakob F. Da dieser aber erst 1696 geheirathet hat und schon um 1701 gestorben ist, geht schon daraus hervor, dass er nicht dessen Schüler gewesen sein konnte. Dagegen spricht auch die Arbeit von Mathias F., die diejenige von Phil. Jak. F. bedeutend überragt. Er verwendet ein hochgewölbtes Modell ohne Hohlkehle; nur den meist aus einem Stück gearbeiteten Boden nimmt er ziemlich flach. Das Holz ist gut, Hals und Schnecke gewöhnlich Birnbaum, die Schnecke sehr schön geschnitzt; auch der Lack ist gut und von rothbrauner, durchsichtiger Farbe. Der Ton ist ansprechend, hell und gleichmässig.
19Fichtl, Philipp Jakob. — Augsburg. Geb. um 1670 in Füssen, † um 1701.
20Nach dem Hochzeitsbuche stammt er aus Füssen und heirathete am 2. Febr. 1696 die Wittwe des Augsburger Lautenmachers Hans Georg Edlinger, die er jedoch schon 1701 wieder als Wittwe hinterlässt. Als Geigenmacher war er nicht bedeutend; sein hochgewölbtes Modell hat am Rand eine deutliche Hohlkehle, die Brust ist spitz, die F-Löcher steil und lang. Das Holz ist manchmal nicht schlecht, aber fast immer zu dick. Auch der Lack ist spröde und dünn, gewöhnlich von gelbbrauner Farbe, der Ton armselig und roh.

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