Scan 230
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Gaillard, L. — Mirecourt. Ende des XVIII., Anfang des XIX. Jahrh.
2Eine interessante Zwillingsgeige mit dem Brandstempel befindet sich aus der Sammlung Snoeck (No. 564) in Berlin.
4Gaillard-Lajoue, J. (B.). — Mirecourt. Geb. um 1820, † um 1870.
5Bruder von Charles G. Erst Schüler und dann Gehilfe bei Gand. Im Jahre 1852 machte er sich selbstständig und erhielt bereits 1855 auf der Pariser Ausstellung eine Medaille. Seine Arbeit war sehr gut, obwohl er den Geigenbau fabrikmässig betrieb, auch der Ton ist fast immer ansprechend, nur der Lack ist hart und spröde.
7Gairaud, Louis. — Nantes. 1735, † nach 1770.
8Ausser Geigen machte er auch Clavecins, seine Arbeit ist gut, wenn auch ohne bemerkenswerthe Eigenschaften. Er war mit Margarethe Destains verheirathet und kommt in den Kirchenbüchern von 1737 an vor, zuletzt als Pathe am 25. März 1770. Vgl. Mis de Granges de Surgères: Les artistes nantois etc. S. 231.
10Gaisenhofer, Aloys. — Wien.
11Anf. des XIX. Jahrh.
12Möglicherweise ein Verwandter von Franz Geissenhof, der, wenigstens in den Akten, auch wiederholt 'Gaissenhofer' genannt wird.
14Gaissenhof (Geissenhof), Franz. — Wien. Geb. 1754, † 1821.
15Er stammte vielleicht aus Vils und war Schüler und seit 1781 Nachfolger von Joh. Gg. Thir und legte am 29. Juli 1780 den Bürgereid ab. Er wohnte Singerstrasse No. 922. Ein hervorragender Meister, der nach italienischen Vorbildern und besonders nach dem Stradivari-Modell von 1716 arbeitete. In Bezug auf die Arbeit kann er als der beste Wiener Meister bezeichnet werden. Leider ist der Ton seiner Geigen nicht sehr gross. Eine vorzügliche Viola von ihm befand sich in der Wiener Musik- und Theater-Ausstellung. Das Stift Schotten in Wien besitzt zwei Geigen von ihm aus den Jahren 1800 und 1809 und das Stift Klosterneuburg eine solche von 1810, Herr Edw. Speyer in Ridgehurst eine solche von 1804. Auf seinen Zetteln füllte er die Jahreszahlen nicht immer aus, weshalb auch in echten Geigen mit echten Zetteln von fremder Hand ausgefüllte Jahreszahlen (bis 1840) vorkommen. Er gebrauchte auch F. G. als Brandmarke.
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