Scan 236
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
26 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 214. See the scan on archive.org.
1Gaviniés, Français. — Bordeaux. Paris. Geb. um 1700, † nach 1770.
3Ein geschickter Meister, der, wenn er wollte, sehr gute Geigen machen konnte, häufig aber so minderwerthige Waare herstellte, dass böse Zungen von ihm behaupteten, er habe nur ein gutes Werk zu Stande gebracht und das sei sein Sohn — der treffliche Geiger Pierre Gaviniés — gewesen. Er folgte seinem Sohne 1741 nach Paris und liess sich in der Rue St. Thomas du Louvre nieder, wo er von der Lautenmacherzunft zum geschworenen Meister für 1762 erwählt wurde. Seine guten Geigen sind aus schönem Holz gebaut, gut in der Form und im Lack. Statt der Schnecke verwendete er auch geschnitzte Köpfe, z. B. einen König David an einem Contrabass, den die Schule des Pariser Conservatoriums besitzt. Dieser Bass hat einen trefflichen Ton und stammt aus dem Jahre 1757. Im Museum desselben Conservatoriums befinden sich noch mehrere Geigen und Violinen von ihm. Ein Quinton von 1749 wird in Bruni-Gallay's Inventaire (aus dem Besitz des Grafen Puységur) erwähnt (S. 121). — Er ahmte gerne das grosse Stradivari-Modell nach und versah seine Arbeiten auch mit einer Brandmarke.
5GAVINIÈS, rue S. Thomas du Louvre, à Paris, 1770
7Gavoni, Antonio. — Modena. 1777.
8Violoncelli und Bässe von ganz gewöhnlicher, handwerksmässiger Arbeit von ihm kommen gelegentlich noch vor.
10Gazzeri, Domenico. — Florenz. 1682.
11Sohn des Marco G. Ein älterer florentinischer Lautenmacher, den Valdrighi (1196) erwähnt.
13Gazzóla, Prosdocimo. — Crespano. Geb. 1822, † nach 1884.
14Hauptsächlich als Bassmacher und trefflicher Reparateur bekannt.
16Geaye s. Jaye.
18Gebhardt. — Hamburg.
19Er soll im 18. Jahrhundert gelebt haben, doch liess sich weder über seine Person, noch über seine Werke etwas ermitteln.
21Gedler, Johann Anton. — Füssen. 1752. 1796.
22Schüler von Maldoner oder Niggel, deren Modelle von ihm nachgeahmt wurden. Es ist wahrscheinlich, dass auch in Füssen schon eine Arbeitstheilung eintrat und dass es dort u. A. schon Halsschnitzer gab. So dürfte derselbe Halsschnitzer, der Fr. Ant. Stoss die Schnecken machte, auch für Gedler gearbeitet haben. Die übrige Arbeit ist recht gut, der Boden meist aus einem Stück, die Wölbung noch höher als bei Stainer, der rothgelbe Lack dünn aufgetragen und spröde. Gedler machte auch noch Geigen nach den im 17. Jahrhundert beliebten Modellen, mit wellenförmig ausgebogenen Zargen. Der Ton ist manchmal vorzüglich, oft aber auch schwach und näselnd.
24Ioannes Antonius Gedler de Füssen F. Anno 1770
25A. G.
Makers on this page
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.