Scan 306
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1sächlich mit Ausbesserungen beschäftigt, macht aber auch neue Instrumente, wo-
2bei er entweder Stradivaris „Messias“, Guarnieri del Gesù oder J. B. Vuillaume
3zum Vorbild nimmt. Sein Lack besteht aus einer Mischung von Leinöl und
4Terpentin. — Er besitzt als der Sohn eines Professors
5am Kgl. Conservatorium eine gediegene musikalische
6Vorbildung.
8Hieber, Giovanni. — Venedig. 1560. 1590.
9Wahrscheinlich ein Deutscher. Er arbeitete mit Martino zusammen. Der
10Zettel lässt nicht sicher erkennen, ob dieser Martino auch zur Familie Hieber
11gehörte, obwohl es wahrscheinlich ist, dass zwei Brüder die Werkstatt getheilt
12haben. Möglich ist aber auch, dass wir hier den Martino Kaiser vor uns haben,
13der etwa ein Nefse Hiebers gewesen sein könnte. Der Catalog der Sammlung
14Correr in Venedig liest die Jahreszahl in zwei dort bewahrten Theorben (von
1514 und 19 Saiten) 1500, was sicher falsch ist. In der
16Sammlung Snoeck ist eine Archilaute von 1581. Snoeck
17liest Hieben. Der Giac. Hesin, den Valdrighi mit der
18Jahreszahl 1586 anführt, ist wohl auch aus Giov. Hieber
19entstanden.
21Hiebler, Joseph. — Augsburg. 1740. † nach 1792.
22Er wird im Augsburger Adresskalender zuletzt 1792 angeführt. Seine
23Arbeit ist gut doch war er in Bezug auf das Holz nicht wählerisch genug,
24weshalb seine Geigen jetzt stark vom Wurm zerfressen sind. Er arbeitete nach
25dem mittleren Stainermodell, nur die F-Löcher und die Ecken gehen auf Amati
26zurück. Zum Boden und den Zargen nahm er schlichtes Ahornholz, zu Hals
27und Schnecke oft Lindenholz. Sein
28gelber oder brauner Lack ist glanz-
29los und trübe, der Ton aber voll und
30leicht ansprechend.
32Hieronymus Brixiensis s. di Virchi.
33Hieronymus. — (Köln?) 1558.
34Taisnier erwähnt in seiner 1559 in Köln erschienenen Astrologiae judici-
35ariae Ysagogica „cytharae Hieronymi… tubae Hieronymi, organo Hieronymi,
36histulae Hieronymi…“. Van der Straeten vermutet in diesem vielseitigen
37Hieronymus einen Kölner Lautenmacher, mit dem Taisnier befreundet war.
38(La Musique aux Pays-Bas. B. III. S. 237.)
40Higgins, Ph.
41Ein Geigenmacher, der um 1850 in Montreal (Kanada) lebte und ganz ge-
42schickt gewesen sein soll.
44Hilani, Franz. — Wels. Um 1830.
45Nach seinem Zettel war er Geigen- und
46Guitarrenmacher. Eine Zither von ihm besitzt
47P. de Wit in Leipzig.
49Hildebrand, Philipp. — Stadtamhof. 1665.
50Ein Lauten- und Orgelmacher, der auch Violen aller Art angefertigt
51haben soll.
53Hildebrandt s. Hilldebrand.
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