Scan 318
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1ausstellung die höchste Auszeichnung. Sein Sohn Eduard Ferdinand (geb. 18. Febr. 1886) widmet sich gleichfalls dem Geigenmachen und ist sein Schüler.
3Homolka, Emanuel Adam. — Velvary (Welwarn, Böhmen). Geb. 24. Dez. 1796, † 11. Nov. 1849 in Prag.
4Schüler von Kaspar Strnad, bei dem er 14 Jahre lang arbeitete, Bruder von Ferd. Jos. H. in Kuttenberg und Vater von Ferd. Aug. H. Er machte sich 1821 selbstständig und war ein gediegener Meister, dessen Arbeiten jetzt sehr gesucht sind. Er wohnte im Hause No. 64 und war mit Josepha Rouček verheirathet. Seine Geigen sind sehr schön nach der Form gebaut, mittlere Wölbung, gelbbrauner Spirituslack, manchmal auch, aber seltener, prächtiger goldgelber Oellack und ansprechender Ton. Er bevorzugte wie sein Lehrer das Stradivari-Modell.
6Homolka, Ferdinand August Vincenz. — Prag. Geb. 19. Jan. 1828 in Velvary, † 22. Nov. 1890 in Prag, Königl. Weinberge.
7Schüler seines Vaters Eman. Adam H. und Neffe von Joh. Steph. H. Er hatte 1844 ausgelernt, arbeitete dann bei Kratschmann in Znaim, Franz Schmidt in Wien und Jos. Barchánek in Oedenburg, Fietsche in Linz, Fischer in Wien und einigen Prager Meistern. Er heirathete am 24. Mai 1858 Marie Kobrč, nachdem er sich schon 1847 selbstständig gemacht hatte. Er wohnte erst Altstadt 291, von 1851—1857 gemeinschaftlich mit seinem Onkel, später Spálená ul. 92 u. 105, 104, Malé náměsti No. 13, seit 1873 Husová třída 231 und zuletzt (seit 1888) auf den Kgl. Weinbergen. 1874 erwarb er das Bürgerrecht. Er war der „Prager Stradivarius", ein ideal angelegter Künstler, der es, wie Wenige, verstand, den von ihm so hochverehrten Stradivari*) nachzuahmen, wobei er bis in die kleinsten Einzelheiten ging. Er copirte gelegentlich auch andere Meister, wie Jos. Guarneri oder Petrus Guarneri, Nic. Amati etc. Dabei hielt er sich nur an wirkliche Meisterwerke seiner Vorbilder, wie die Geigen des Grafen Wielhorski. Ohne eine hohe Wölbung zu bevorzugen, hielt er ein zu flaches Modell doch für ungeeignet, auch verstand er es vortrefflich, die richtige Holzstärke einzuhalten. In seinen jüngeren Jahren machte er auch viele Guitarren. Er verwendete sowohl Oel- als Spirituslack von rother, orangegelber und rothbrauner Farbe.
9*) Speciell das Modell von 1709.
11Geige von Em. A. Homolka, Velvary (Welwarn) 1838.
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