Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 351

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

27 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 329. See the scan on archive.org.

1Kiendl, Anton. — Wien. Geb. 10. Juni 1816 in Mittenwald, † 13. Juni 1871.
2In seiner Heimat erlernte er das Geigen- und Zithermachen und war auch ein Virtuose auf der Zither. 1843 liess er sich in Wien nieder und arbeitete unablässig an der Verbesserung seines Lieblingsinstruments. Er führte das Quintensystem bei der Zither ein, vermehrte die Zahl der Saiten, so dass es nunmehr möglich war, alle Tonarten anzuwenden. Er hat sich so besondere Verdienste um das Instrument erworben und auch die Streichzither wesentlich verbessert. Sein Geschäft dehnte sich sehr aus, zuletzt stellte er jährlich über 800 Zithern her.
4Kiendl, Karl. — Wien. Geb. 1850 in Graseck (Oberbayern).
5Er kam 1862 nach Wien zu seinem Oheim Anton K. und erlernte hier zunächst vorzugsweise das Zithermachen. Von 1868—1870 ging er nach Mittenwald zu Joh. Reiter, um sich im Geigenmachen auszubilden, und hierauf nach München zu H. Tiefenbrunner, wo er hauptsächlich Guitarren machte. Im Jahre 1872 eröffnete er in Mödling bei Wien seine eigene Werkstatt. Seine Geigen sind nach alten Meistern und nach eigenem Modell gebaut und mit Oellack auf Balsamgrund versehen. Seine Zithern macht er ausschliesslich nach eigenen Modellen. Er hat allerlei Erfindungen*) gemacht, eine genaue Berechnung des Gewichts der Saiten für alle Instrumente aufgestellt und eine absolut reine (logarithm. berechnete) Griffbretteintheilung für Zithern eingeführt. Er wurde auf vielen Ausstellungen ausgezeichnet.
7Kiesgen, Louis. — Paris. 1894.
8Er scheint längere Zeit bei Gand gearbeitet zu haben und ahmt diesen nach. Seine Arbeit ist sauber, der Lack roth.
10Kindler, Johann. — Bern. 1475.
11Ein Instrumentenmacher, der bei Valdrighi (3806) aufgezählt erscheint.
13Kinnemann, Ernst. — Sidney (Canley vale, New Süd-Wales). 1884. 1902.
14Ein Schiffsingenieur, der in der Umgebung von Potsdam geboren und frühzeitig nach Australien ausgewandert ist, wo er durch verschiedene Umstände darauf kam, eine eigenartige Violine zu machen, deren Schallkörper aus der zweilappigen Frucht der Meerkokos (Lodoicea Seychellarum) besteht. 18 Jahre lang beschäftigte er sich mit der Lösung des Problems und hat tatsächlich Violinen von hervorragender Klangschönheit fertig gebracht, die mit ihren vier F-Löchern und dem sonderbaren Körper allerdings sehr originell aussehen. Irgend einen Lack verwendet er dabei nicht.
16Kirchner, Martin. —
17Eine Viola d’amore (No. 86:98) im Schlesischen Museum für Kunstgew. und Alterth. in Breslau enthält einen gedruckten Zettel mit diesem Namen ohne Zeit und Ortsangabe.
19Kirchschlag s. Rank.
21Kirchweger, Ludwig, ein Advocat, der um 1867 in Frankenthal wohnte und in seinen Mussestunden Geigen machte.
23Kittel. — St. Petersburg. 1850. 1880.
24Er galt lange als der beste Geigenmacher in Russland und hat auch sehr gute Bogen gemacht.
26*) Eureka- und Eutonia-Zithern etc.

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