Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 415

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

16 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 393. See the scan on archive.org.

1Lupot, Jean. — Mirecourt. Geb. 25. Juli 1670 oder 1684 in Mirecourt, † daselbst 1. März 1749.
3Wahrscheinlich der Sohn eines schon 1647 vorkommenden Lupot. Er war Geigen- und Lautenmacher, namentlich aber als Holzbildhauer berühmt und schnitzte sehr schöne Köpfchen und Ornamente an den Wirbelkästen. Er war mit Laure Henry verheirathet und wurde der Stammvater der nachmals so berühmt gewordenen Geigenmacherfamilie.
5Lupot, Laurent. — Mirecourt, Luneville, Orleans. Geb. 1696 in Mirecourt, † nach 1762.
7Schüler seines Vaters Jean L. Jedenfalls ein gebildeterer Mann, denn 1747 war er Schulmeister in Plombières, und hier wurde ihm auch 1736 sein Sohn François geboren. Im Jahre 1751 siedelte er als Geigenmacher nach Lunéville über, wo er bis 1756 blieb. 1762 finden wir ihn dann als Geigenmacher in Orleans wieder.
9Lupot, Nicolas. — Orleans, Paris. Geb. in Stuttgart 1758, † 13. Aug. 1824.
11Sohn und Schüler von François Lupot, mit dem er als 11jähriger Knabe nach Orleans kam. Seine ältesten Arbeiten sind aus Orleans 1776 datirt. Um 1794 kam er nach Paris und wurde zunächst von Pique beschäftigt. Es ist zweifellos, dass sein Verkehr mit diesem Meister sehr förderlich für ihn war; bei seiner genialen Veranlagung machte er sehr rasche Fortschritte und konnte im Jahre 1798 seine eigene Werkstatt in der Rue de Grammont eröffnen, die er 1806 nach der Rue Croix-des-Petits-Champs verlegte. Er ist unbestritten der grösste Meister der französischen Schule, und wenn man ihn den »französischen Stradivari« nennt, so hat dies seine volle Berechtigung. Er war ein gründlicher Kenner der Italiener — auf seinen Mittheilungen fussend schrieb Abbé Sibire seine »Chélonomie« — und des von ihm über Alles geschätzten Stradivari. N. Lupot arbeitete nach Stradivari, ohne ihn sklavisch zu copiren; seine Arbeit ist in jeder Beziehung mustergültig und von so classischer Vollendung, dass sie nicht übertroffen werden kann. Sein Lack, den schon G. Hart als den besten aus der nachitalienischen Periode bezeichnet, ist freilich nicht so schön wie der der besten Cremoneser. Er trug ihn auch oft zu dick auf, was zwar den Ton seiner Geigen nicht beeinträchtigt, aber weniger bestechend aussieht, zumal dieser Lack im Alter leicht rissig wird. Zu den Einlagen nahm er wiederholt Fischbein. Lupot galt schon bei Lebzeiten als ein grosser Meister; seine Geigen wurden den besten Schülern des Conservatoriums als Preise gegeben; 1815 wurde er zum Geigenmacher der königlichen Capelle und 1816 zum Lieferanten der k. Musikschule ernannt. Er erhielt für seine Violinen durchschnittlich 300 Frcs.; schon in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden sie mit 1000 Frcs. und 1900 oft gerne mit 4000—5000 Frcs. bezahlt. In Deutschland wurde er hauptsächlich durch Spohr berühmt, der, seit er eine Geige von Lupot erworben, ausschliesslich auf dieser spielte*). Lupot’s Nachfolger war sein Schüler und Schwiegersohn Chr. Fr. Gand.
13*) Diese Geige kam später an Concertmeister Mathäi in Leipzig und von diesem an Concertmeister Ulrich.
15Nicolas Lupot, Luthier rue Croix des petits-Champs, à Paris, l’an. 1815

Makers on this page

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.