Scan 444
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
23 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 422. See the scan on archive.org.
1tion wurde er bei der damals noch bestehenden Geigenmacher-Innung »aufgedingt« und nach vierjähriger Lehrzeit losgesprochen. Nebenbei besuchte er fleissig die Klingenthaler Musikschule, wo er auch in der Harmonielehre und der Instrumentenbaukunde ausgebildet wurde. Wegen der andauernden Kränklichkeit seines Vaters kam er nur wenig in die Fremde. Im Jahre 1869 wurde er Meister und begründete seine eigene Werkstatt. Er benützte jede Gelegenheit, italienische Meisterwerke zu studiren, und verdankt diesem Studium manchen schönen Erfolg.
3Meisel, C. W. sen. — Klingenthal.
4Bekannte Fabriksfirma der Gegenwart, die ihre Gründung bis 1735 verfolgen kann. Inhaber derselben ist jetzt Carl Adolf Wilhelm Meisel.
6Meisel, Christian Friedrich. — Klingenthal. 1791. 1850.
7Einer der wenigen Vogtländer seiner Zeit, der mit Bewusstsein das Hopf-Modell aufgab und die Italiener nachahmen wollte, wenn ihm auch ein feineres Verständniss dazu fehlte. Sein Modell steht zwischen Jos. Guarneri und Stradivari. Die F-Löcher sind nach Guarneri gestellt, erinnern aber mehr an Guadagnini und sind steif geschnitten. Die Ecken sind breit und scharf und wirken unschön. Das Deckenholz ist sehr engjährig und gut. Die Flammen im Boden und an den Zargen sind gerade gelegt, so dass die Jahre schräg stehen, Boden und Decke ragen weit über die Zargen heraus. Die Einlage läuft am Klötzchen in eine Spitze aus, darunter befindet sich der Brandstempel:
8* C * F *
9*MEISEL*
10Der Lack ist gelb und die Schnecke nach Guarneri aber tief gestochen. Er verwendete sauber in Kupferstich ausgeführte Zettel.
12Meisel, Friedrich. — Breslau. Geb. 13. Mai 1874.
13Sohn und Nachfolger von Amand M. Beisitzer der Meisterprüfungscommission.
15Meisel, Friedrich August I. — Klingenthal. Geb. 17. Oct. 1817, † 19. Aug. 1894.
16Ein sehr talentvoller und geschickter Geigenmacher. Leider war auch er gezwungen, seine beste Zeit im Dienste der Händler zu verbringen, und später hinderte ihn andauernde Kränklichkeit, sein ganzes Können einzusetzen. Es giebt jedoch einige recht gute Violinen von ihm, und nur diese tragen seinen Namen.
18Meisel, Friedrich August II. — Klingenthal i./S. 1895. 1900.
19Streichinstrumentenmacher der Gegenwart.
21Meisel, Friedrich Wilhelm. — Klingenthal. 1769. 1799.
22Seiner Arbeit nach gehört er zu den besseren Vogtländer Geigenmachern; sein Modell hat nichts Italienisches an sich, obwohl er durch seinen in geradezu lächerlich unsinnigem Latein verfassten Zettel bei unverständigen Käufern den Glauben erwecken wollte, sie hätten eine Cremoneser Arbeit vor sich.
Makers on this page
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.