Scan 452
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Geigenmachen. Er war durch 16 Jahre Hofmusiker in Karlsruhe und liess sich 1883 in Freiburg als Geigenmacher nieder. Dass er selbst neue Geigen gemacht hat, ist zweifelhaft, aber er beschäftigte einen Markneukirchener Gehilfen in den Jahren 1884—1886, und in dieser Zeit wurden in seiner Werkstatt verschiedene neue Geigen gemacht, die auffallend an die Markneukirchener Art erinnern. Das Deckenholz ist gut, der Boden meist deutscher Ahorn, die Arbeit im ganzen sauber, der Ton mittelmässig. Bei Reparaturen verwendete er einen Gummistempel, sonst geschriebene Zettel.
3H. Meyer. fec.
4Freiburg r. Brg. 1886.
6Meyer, Magnus Andreas. — Hamburg. 1732. 1753.
7Wahrscheinlich ein Schüler Tielkes, den er nachahmt. Er wurde am 27. Februar 1733 in Hamburg als Instrumentenmacher Bürger. Am häufigsten trifft man Violoncelli von ihm, die durch ihr kurzes, aber sehr breites Modell auffallen. Ein im Geschmacke Tielkes in allen Theilen reich verziertes Violoncello aus dem Jahre 1752 befand sich in der Sammlung Hammer in Stockholm. Boden und Decke schwach gewölbt, am Wirbelkasten ein Frauenköpfchen. Sein Lack ist gelb oder gelbbraun. Ein Saiteninstrument des Museums in Gothenburg, bezeichnet „M. Meyer“ und darunter eine Lilie, ist möglicher Weise auch von ihm.
9Meyer. — Mittenwald. 1842.
10Ein Geigenmacher, bei dem die alten Traditionen der Mittenwalder Schule noch zu erkennen sind, wenn er auch nicht zu den hervorragenden Meistern zu zählen ist.
12Meynieu, F. — Bordeaux. 1900.
13Musikinstrumentenhändler, der eine Geigenmacherwerkstatt besitzt, die Ch. Résuche leitet.
15Mezzoboste, Mezzabotte. — Brescia.
16Ein Meister dieses Namens soll um 1720 in Brescia gelebt haben. Einen Beleg dafür konnte ich bisher nicht finden, wohl aber bin ich geneigt, diesen Namen für ein Seitenstück zu „Acevo“ und „Sapino“ zu halten; mezzobusto heisst Bruststück, und wenn dieses Wort z. B. auf der inneren Decke gestanden hat, so musste es nicht gerade den Namen des Verfertigers bezeichnen.
18Mezzadri, Alessandro. Ferrara. 1690. 1732.
19Seine Geigen gehen zwar auf Nicolas Amati zurück, sind aber unschön in der Form, die F-Löcher allzu nahe beisammen. Der Lack ist röthlichgelb oder braunroth und nicht schlecht. Der Name kommt in allen möglichen Verdrehungen vor, muss aber nach seinem Zettel richtig Mezzadri heissen.
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