Scan 475
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Zeitgenossen. Sein Modell erinnert an Stradivari; nur sind die F-Löcher in der Mitte oft zu weit ausgeschnitten. Mit seinen Versuchen, die gebräuchliche Form der Geigen zu verändern, hatte er so wenig wie alle Anderen, die dasselbe versuchten, Glück. Er erzielte damit wohl stellenweise einen etwas grösseren, aber unedlen Ton. Sein Lack ist rothbraun, in's Gelbliche spielend. Seine Instrumente bezeichnete er an der Stelle, wo sonst der Zettel eingeklebt wird, durch untenstehende Brandmarke. 1806 erhielt er in Paris eine silberne Medaille. Er betrieb die Geigenfabrikation im Grossen und beschäftigte in seinen letzten Jahren über 600 Arbeiter. Er war auch der erste Mirecourter, der sich an einer Ausstellung (1802) betheiligte. Seine Marke wurde später von Derazey und schliesslich von P. Mougenot noch verwendet, so dass neuere Geigen mit seinem Namen von diesen herrühren.
3Nicolas, Joseph. — Mirecourt. Geb. 1796, † 1864 in Mirecourt.
4Sohn, Schüler, Mitarbeiter und Nachfolger von Didier Nicolas, dem er nachstrebte. Seine Geigen tragen die Marke: sind meist hell lackirt und gelten ihres kräftigen Tons wegen als gute Orchesterinstrumente. Nach seinem Tode verkaufte die Wittwe Geschäft und Firma an Derazey; in Folge dessen kann man viele Geigen, die lange nach dem Tode der beiden Nicolas entstanden sind, mit ihren Stempeln versehen antreffen.
6Nicolas, Matthieu. — Mirecourt. Geb. 1666, † 1716.
7Vielleicht der Stammvater der Familie. Handwerksmässige Arbeit, gelber oder rother Spirituslack, Brandmarke: «M. Nicolas».
9Nicolas, Thomas. — Genf. 1810.
10Wahrscheinlich zur Mirecourter Familie gehörig; seine Arbeit ist ohne Kunstwerth.
12Niedt, Karl. — Würzburg. Geb. 17. Dec. 1872 in Schweinfurt a./M. als Sohn eines Blechinstrumentenmachers.
13Schüler von Ernst Friedr. Reichel in Markneukirchen. Nach seiner von 1887—1897 währenden Lehr- und Wanderzeit eröffnete er am 1. Sept. 1897 in Würzburg sein eigenes Geschäft als Geigenmacher. Auf Verlangen copirt er jeden Meister, arbeitet aber sonst stets nach einem eigenen Modell, das durch starke Schweifung in der Breite und breite Brust von anderen Modellen abweicht. Bisher verwendete er mit Vorliebe gelbrothen Bernsteinlack.
15Karl Niedt
16Würzburg fecit 19
18Nier, Cajetan, arbeitet als Geigenmacher in Watzkenreuth bei Fleissen.
20Nigetti, Francesco, gen. Cestinetti. — Florenz. 1645. † 1682.
21Ein Tonkünstler, der sich auch mit dem Anfertigen von Saiten- und Tasteninstrumenten beschäftigte und u. A. das von ihm Proteus benannte «Cembalo omnicordo» erfand.
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