Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 490

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

18 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 468. See the scan on archive.org.

1Pacherele, Michel. — Paris. 1779. 1780.
2Er stammte wahrscheinlich aus Mirecourt und war wohl ein Schüler Guersan's, an dessen Arbeit seine Geigen erinnern, sie zeichnen sich jedoch in keiner Weise aus. Sie sind handwerksmäßig gemacht, nicht allzu hoch gewölbt und haben gelben Lack. Ausser seinem Zettel verwendet er auf der Aussenseite des Bodens noch einen Brandstempel mit seinem Namen.
4Pacherele (Pacherel), Pierre. — Paris, Nizza, Genua und Turin. Geb. in Mirecourt 1803, † in Nizza 31. Dec. 1871.
5Ein Mitschüler J. B. Vuillaume's in Mirecourt und lebenslang sein vertrauter Freund. Um 1830 kam er nach Paris, ging gegen 1840 nach Nizza hielt sich auch eine Zeit lang in Genua und Turin bei Pressenda auf und ging 1849 wieder nach Nizza. Seine Arbeit zeichnet sich, obwohl er sehr fleissig war und viele Instrumente (meist nach Stradivari) gemacht hat, durch grosse Sorgfalt aus. Nur sein Lack ist nicht durchsichtig genug und häufig zu dick. Besonders geschätzt war er als Reparateur.
7Pacquet. — Marseille. 1785.
8Er stammte aus Aix, wie sein Zettel vermuten lässt, den eine gute und originelle Harfengitarre der Sammlung Gautier in Nizza trägt. Seine Geigen erinnern an die Mirecourter Schule, etwa an Nicolas, haben gelben Lack, sind aber sehr dem Wurmfrass ausgesetzt und daher durchwegs schlecht erhalten.
10Padewet, Carl. — München. Geb. in Wien 1. Jan. 1823, † 23. März 1896.
11Bruder von Joh. Padewet. Er begründete im Jahre 1856 seine eigene Werkstatt und war als Reparateur sehr geschätzt. In seinen neuen Geigen hielt er sich vorzugsweise an das Stradivari-Modell, war sorgfältig in der Arbeit und erzielte einen guten Ton.
13Padewet, Johann I. — Basel, Karlsruhe i./B. Geb. 24. April 1819 in Wien, † 25. Jan. 1872 in Karlsruhe.
14Sehr tüchtiger Geigenmacher, der 1844 seine eigene Werkstatt in Basel eröffnete, dieselbe aber schon 1846 nach Karlsruhe verlegte, wo er später Hofinstrumentenmacher wurde. Er erhielt von 1854 an auf allen Ausstellungen Preise.
16Padewet, Johann II. — Karlsruhe. Geb. 23. Aug. 1850 in Karlsruhe, † 5. Jan. 1902.
17Sohn und Schüler von Joh. I. P. Seine Ausbildung schloss er bei Riechers ab und machte sich 1873 als Nachfolger seines Vaters selbstständig. Er war auch theoretisch gut geschult, so dass er die mathematischen und akustischen Gesetze beim Geigenmachen zu beobachten sich mit Erfolg bestrebte. Er machte Geigen aller Arten (auch Zithern etc.) vorzugsweise nach Stradivari und bediente sich eines farbenschönen Oellacks, den er ohne vorheriges Beizen des Holzes auftrug, auch die Hälse — bekanntlich ist es eine Unsitte vieler Geigen-

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